Letztes Update am Fr, 19.04.2019 09:37

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


David Lama - Tragisches Schicksal eines Ausnahmetalents



Innsbruck (APA) - Die Berge waren seine Welt - und in ihnen fand er nunmehr wohl einen tragischen Tod: Der 28-jährige Tiroler David Lama galt als Ausnahmetalent der Alpinisten- und Klettererszene, geadelt von ewigen Größen wie Reinhold Messner und Peter Habeler. Ein Leben für den Alpinismus, das nunmehr ein viel zu frühes Ende fand.

Am Anfang stand Peter Habeler: Über die Zillertaler Extrembergsteigerlegende soll Lama seine Berufung gefunden haben, nachdem er im Alter von fünf Jahren einen Kletterkurs bei Habeler besucht hatte. Dieser erkannte bereits damals sein außergewöhnliches Talent. Der frühe Beginn einer steilen Karriere. Jahre später, 2017, bildeten Habeler, damals 74, und Lama übrigens ein Tandem und bezwangen die berühmte Heckmair-Route an der Eiger-Nordwand - 43 Jahre nach Habelers und Messners Rekorddurchsteigung.

Mit sechs Jahren kletterte der Sohn eines aus dem Mount Everest-Gebiet in Nepal stammenden Vaters und einer Innsbrucker Mutter in der Sportklettergruppe des österreichischen Alpenvereins der Sektion Innsbruck. 2004 und 2005 gewann er jeweils die Gesamtwertung des Kletter-Jugendeuropacups, sowie die Jugendweltmeisterschaften in Edinburgh und Peking. Im Jahr 2006 war er der erste Kletterer, dem es gelang, in seiner ersten Saison im Weltcup sowohl einen Boulder-Weltcup als auch einen Vorstieg-Weltcup zu gewinnen. Zugleich wurde er damit der bis dahin jüngste Weltcupsieger der Geschichte.

Ab 2010 konzentrierte sich der Tiroler schließlich auf den Alpinismus. Schwierige Erstbegehungen folgten, einer seiner größten Erfolge war die erste Begehung der Kompressor-Route am Cerro Torre mit Peter Ortner im freien Kletterstil im Jahr 2012. Eine Leistung, die nicht zuletzt Reinhold Messner beeindruckte: „Als du den Cerro Torre frei geklettert bist, waren wir alle begeistert - nicht nur ich. Wir standen mit offenem Mund da und haben gesagt, das ist es“, meinte die Südtiroler Bergsteigerlegende einmal voller Hochachtung zu Lama. Am 25. Oktober 2018 gelang ihm schließlich die Erstbesteigung des 6.895 Meter hohen Lunag Ri in Nepal über den Westpfeiler im Alleingang. Rund ein halbes Jahr später muss die Alpinistenszene wohl um einen ihrer größten Söhne trauern.




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