Letztes Update am Fr, 19.04.2019 09:52

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„Wasserbildhauer“ Hans Muhr feiert 85. Geburtstag



Wien (APA) - Wasser und Stein stehen im Mittelpunkt des künstlerischen Schaffens von Hans Muhr. Bekannt wurde der Bildhauer mit seinen Wiener Trinkbrunnen oder der umstrittenen Wasserwellenskulptur „Blaues Zeichen“. Seit 2015 ziert sein aus Marmor gefertigter weißer Flügel das Grabmal des Sängers Udo Jürgens in Wien. Am Ostersonntag (21. April) wird der Graz geborene Muhr 85 Jahre alt.

„Ich war so eine Art Lehrling in der Zimmermannwerkstätte meines Vaters, ein Kunsthandwerker mit Liebe zum Detail“, sagte Muhr einmal über sein Elternhaus. Von 1954 bis 1965 war er als Lehrer für Mathematik und Sport tätig. Anschließend studierte er bei Heinz Leinfellner an der Akademie für angewandte Kunst in Wien und erwarb 1969 das Diplom für keramische Plastik. „Zwischen 1968 und 1972 vollzog sich meine Entwicklung vom Steinbildhauer zum Wasserbildhauer“, so der Künstler, der auf zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland präsent war und 1984 mit dem Berufstitel Professor geehrt wurde.

Die einzigartigen Eigenschaften von Wasser und seine „gesundheitlichen Wirkungen“ machen es für Muhr zum wichtigsten Werkstoff. „Meine Arbeit soll den Menschen dienen, das Leben verbessern und die Umwelt schützen“, so der Künstler, der das „Wasser wieder in die Mitte des Lebens stellen“ möchte auf seiner Website.

Im Atelier sei er regelmäßig anzutreffen. Aktuell beschäftige ihn die Herstellung eines steinernen Throns, der auf der Kärntner Saualpe aufgestellt werden soll. Rund 300 seiner Werke könne man in seinem Atelier in Wien-Donaustadt besichtigen, verriet Muhr der APA.

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Für seine Lebensbrunnen, „bioklimatische Luftreinigungsanlagen von hoher gesundheitlicher und meditativer Wirksamkeit“ (Muhr), hält der Bildhauer Patente. Vor allem im Wiener Stadtbild war und ist der Künstler durch seine „Wasserskulpturen im öffentlichen Raum“ präsent.

Aufsehen erregte im Jahr 2000 vor allem die „Blaues Zeichen“ genannte Brunnenskulptur, die Muhr 1998 auf der Weltausstellung von Lissabon zeigte. Als das tonnenschwere und rund dreieinhalb Meter hohe Lapislazuli-Werk schließlich vor dem Bundeskanzleramt aufgestellt wurde, hielt die Gesellschaft bildender Künstler Österreichs, Künstlerhaus, die künstlerische Qualität des Brunnens „in keiner Weise der Bedeutung des Standorts“ angemessen und kritisierte die Vorgehensweise Stadt Wien rund um die Aufstellung.

Für das Ehrengrab des Wiener Altbürgermeisters Helmut Zilk (SPÖ) am Zentralfriedhof fertigte Muhr 2009 einen Grabstein an. Der Künstler war mit Zilk über lange Zeit hinweg freundschaftlich verbunden. Der Altbürgermeister hatte sich stets als Anhänger Muhr positioniert und gilt als dessen erster privater Ankäufer in den 1970er Jahren. Nicht zuletzt in der Zilk-Ära entstanden auch viele der knapp 100 Brunnen im Stadtgebiet.

2012 wurde im Kurpark von Gars am Kamp (NÖ) ein von Muhr gestaltetes Denkmal für den 2002 verstorbenen Gesundheitspapst Willi Dungl enthüllt. Seit Mai 2015 erinnert der von Udo Jürgens‘ Bruder - dem Künstler Manfred Bockelmann - entworfener, von Muhr aus Marmor gefertigter weißer Flügel im Trauertuch an den 2014 verstorbenen Entertainer.

(S E R V I C E - www.hans-muhr.at/)




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