Letztes Update am Fr, 19.04.2019 11:13

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Italiens Staatschef drängt Paris zur Auslieferung von Ex-Terroristen



Rom (APA) - Italiens Staatschef Sergio Mattarella drängt Frankreich zur Auslieferung italienischer linksextremistischer Ex-Terroristen. „Unsere beiden Länder werden ein Einigung finden“, sagte Mattarella in einem Interview in der aktuellen Ausgabe des französischen Magazins „Politique Internationale“ und bezeichnete die Auslieferung als „heikle Angelegenheit“.

Italien habe unter dem Terrorismus in den 1970er- und 1980er-Jahren stark gelitten. „Wir haben den Terrorismus besiegt, ohne von den Regeln der Demokratie und des Rechtsstaates abzuweichen. Daher ist das Bedürfnis nach Gerechtigkeit im italienischen Volk so stark“, so Mattarella.

Italien hat den französischen Behörden eine Liste von 15 ehemaligen Linksextremisten zur Auslieferung vorgelegt. 33 frühere italienische Terroristen sollen im Ausland auf der Flucht sein, darunter 15 Ex-Mitglieder der linksextremistischen Terrororganisation „Rote Brigaden“ (Brigate Rosse), die für unzählige Morde und Anschläge in den 1970er- und 1980er-Jahren verantwortlich gemacht und in Frankreich vermutet werden.

Der französische Präsident Francois Mitterrand hatte 1985 allen reumütigen Terroristen aus Italien politisches Asyl angeboten. Er nannte sie „Aktivisten“, denen Frankreich mit der Begründung Schutz anbot, dass Italiens Justiz unter dem Einfluss von Sondergesetzen zur Terrorismusbekämpfung keine fairen Prozesse garantiere.

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Bekannt wurde diese Politik als „Mitterrand-Doktrin“. Sie zog in jener Zeit etwa 140 Extremisten aus Italien an. Viele von ihnen leben bis heute noch in Frankreich.




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