Letztes Update am Fr, 19.04.2019 12:07

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


16 Verletzte des Busunglücks auf Madeira noch im Spital



Funchal (Madeira) (APA/dpa) - Zwei Tage nach dem Busunglück mit 29 Toten auf der portugiesischen Insel Madeira sind am Karfreitag noch 16 Verletzte im Krankenhaus behandelt worden. In Lebensgefahr sei niemand mehr, zwei Patienten lägen aber weiterhin auf der Intensivstation, zitierte die Online-Zeitung „Observador“ die Direktion der Klinik in der Inselhauptstadt Funchal. In ganz Portugal galt eine dreitätige Staatstrauer.

Ein Reisebus mit Dutzenden deutschen Urlaubern war am frühen Mittwochabend in dem Ort Canico von der Straße abgekommen, hatte sich überschlagen und war einen Abhang hinunter auf ein Haus gestürzt. Die Gruppe wollte zu einem typisch madeirischen Abendessen in Funchal und hatte gerade erst das Hotel verlassen, als der Unfall geschah.

Die Behörden ermittelten am Freitag weiter zur Unfallursache und versuchten, die Opfer zu identifizieren. Augenzeugen zufolge könnte das Unglück auf Bremsversagen zurückgehen. Der Bus sei immer schneller geworden, während der Fahrer verzweifelt versucht habe, das Fahrzeug zum Halten zu bringen, hatten Augenzeugen im portugiesischen Fernsehen erzählt. Dabei prallte der Bus auch gegen eine Betonwand, an der schwarze Streifspuren zurückblieben.

Fast alle Passagiere seien bei dem Unfall aus dem Bus herausgeschleudert worden, zitierten Medien den Koordinator der medizinischen Notfalldienste, Antonio Coelho. „Nur fünf Menschen, darunter der Fahrer, waren beim Eintreffen der Rettungsteams im Bus. Alle anderen befanden sich außerhalb.“ Wahrscheinlich hatten sie keine Sicherheitsgurte angelegt, meinte Coelho.

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Bei den 16 Patienten im Krankenhaus handle es sich um 14 Deutsche und zwei Portugiesen, hieß es weiter. Bei dem Unfall waren auch der Fahrer und der Reiseleiter verletzt worden, beides Einheimische. Der Fahrer konnte Berichten zufolge bisher nicht befragt werden.

Ursprünglich waren 28 Verletzte in das Krankenhaus gebracht worden, „26 mit deutscher Nationalität“, erklärte die Klinik. Ein Patient starb später. Etliche andere wurden mittlerweile entlassen.

Bis zum Freitag gab es noch keine offizielle Bestätigung der deutschen Bundesregierung, ob die Todesopfer - nach portugiesischen Berichten elf Männer und 18 Frauen - ausschließlich Deutsche waren. Nach portugiesischen Medienberichten könnten auch zwei Einheimische ums Leben gekommen sein.

Der deutsche Außenminister Heiko Maas war am Gründonnerstag auf die portugiesische Atlantikinsel gereist und hatte an der Unglücksstelle einen Kranz niedergelegt. Er traf mit seinem Amtskollegen Augusto Santos Silva zusammen und dankte den Rettern.




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