Letztes Update am Fr, 19.04.2019 17:13

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Gedenkkonzert für lange vergessene Tote des KZ Buchenwald



Weimar (APA/dpa) - Mit einem Gedenkkonzert ist erstmals offiziell der Toten des Konzentrationslagers Buchenwald gedacht worden, die im Krematorium auf dem Weimarer Friedhof eingeäschert wurden. „Das alles zeigt, mit welcher Normalität diese Grausamkeit der NS-Zeit Alltag gewesen ist“, sagte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) am Freitag in Weimar.

Dieser Alltag sei es, der heute immer wieder mobilisieren müsse, ein Stoppzeichen gegen rechte Tendenzen, gegen Menschenfeindlichkeit zu setzen. Und dafür sei Erinnerung wichtig, sagte Ramelow.

Vertreter der jüdischen Landesgemeinde und der evangelischen Kirche verlasen Namen der Opfer, die in dem KZ der Nationalsozialisten gestorben waren und in dem Krematorium verbrannt wurden. Insgesamt handelte es sich um 3500 Menschen im Zeitraum zwischen 1937 und 1940. Unter ihnen waren Deutsche, Polen, Österreicher, Tschechen. Mit einer Schweigeminute wurde eine Gedenktafel enthüllt.

Das Konzert als Teil der Bach Biennale Weimar begann mit der 1715 in Weimar entstandenen Kantate von Johann Sebastian Bach „Nur jedem das Seine!“. Der aus der Antike stammende Spruch „Jedem das Seine“ wurde 1938 am KZ-Lagertor angebracht. „Weimars genetischer Code ist die Ambivalenz zwischen Hochkultur und Untergang“, sagte Ramelow vor dem Konzert. Von der Staatskapelle Weimar wurden auch Kompositionen aufgeführt, die auf zwei Gedichten eines Buchenwald-Häftlings basieren.

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Das KZ war 1937 von den Nationalsozialisten auf dem Ettersberg bei Weimar errichtet worden. Bis 1945 kamen dort 56 000 Menschen ums Leben.




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