Letztes Update am Sa, 20.04.2019 16:05

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Witwe von Serbiens Ex-Präsident Milosevic in Pozarevac beigesetzt



Belgrad (APA) - Die Witwe des früheren serbischen und restjugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic, Mira Markovic, ist am Samstag im Garten der Familienvilla im ostserbischen Pozarevac beigesetzt worden. Dort war 2006 auch ihr Mann beerdigt worden, der im Gefängnis des UNO-Kriegsverbrechertribunals vor Ende seines Prozesses verstorben war.

Markovic war am Sonntag im Alter von 76 Jahren in einem russischen Krankenhaus an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben. Die Urnenbestattung der einstigen Chefin der neokommunistischen JUL-Partei fand nach orthodoxem Ritus statt.

Die Kinder von Markovic, Marija und Marko, waren bei der Urnenbeisetzung laut Medienberichten nicht dabei, allerdings mehrere frühere Mitarbeiter der Politikerin und ihres Mannes. Anwesend waren der jugoslawische Ex-Vizepremier Nikola Sainovic und der ultranationalistische serbische Ex-Vizepremier Vojislav Seselj. Beide wurden vom UNO-Kriegsverbrechertribunal für Ex-Jugoslawien in Den Haag wegen Kriegsverbrechen zu Haftstrafen verurteilt.

Auch die aktuelle serbische Regierung war mit Umweltminister Goran Trivan und Slavica Djukic-Dejanovic, Ministerin ohne Geschäftsbereich, vertreten. Beide waren einst Spitzenfunktionäre der Partei von Milosevic.

Markovic lebte seit 2003 in Moskau, wo sie nach dem Tod ihres Mannes auch politisches Asyl erhielt. Ebenso ihr Sohn Marko, gegen den in Serbien ein internationaler Haftbefehl wegen Zigarettenschmuggels ausgestellt worden war. Marija lebt seit 2001 in Montenegro. Nach der Festnahme ihres Vaters im April 2001, der im Jahr davor durch Massenproteste gestürzt worden war, kehrte sie nie mehr nach Serbien zurück.

Erst kürzlich hatte ein Belgrader Gericht einen neuen Prozess gegen Markovic wegen Amtsmissbrauches in den späten 90er Jahren angeordnet. Sie war immer wieder auch mit Morden an politischen Gegnern von Milosevic - darunter jenem am einstigen serbischen Präsidenten Ivan Stambolic (2000) und am Journalisten Slavko Curuvija (1999) - in Verbindung gebracht worden. Von der Justiz wurde dies aber nie untersucht.




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