Letztes Update am So, 21.04.2019 09:06

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mehr als 100 Tote bei mutmaßlichen Anschlägen in Sri Lanka



Colombo (APA/dpa/AFP/Reuters) - Bei mutmaßlichen Terroranschlägen sind in Sri Lanka mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Das teilten die Polizei und Krankenhäuser mit. Unter den Opfern seien auch neun Ausländer, sagte ein Polizeivertreter der Nachrichtenagentur AFP.

Nach der Serie von Explosionen in Hotels und Kirchen am Ostersonntag ist die Zahl der Toten in Sri Lanka auf 137 gestiegen. Mehr als 250 weitere Menschen sind verletzt worden.

Bisher gibt es keine Hinweise auf betroffene Österreicher. Die Lage sei aber weiter unübersichtlich, hieß es am Sonntag aus dem Außenministerium auf Anfrage der APA. Die zuständige Botschaft in Indiens Hauptstadt Neu Delhi sei mit den Behörden in Sri Lanka in Kontakt.

Innerhalb einer halben Stunde ereigneten sich demnach am Sonntagvormittag (Ortszeit) Explosionen in drei Kirchen in drei verschiedenen Städten sowie in drei Luxushotels in der Hauptstadt Colombo. In den Kirchen fanden zu dem Zeitpunkt Ostergottesdienste statt.

Staatspräsident Maithripala Sirisena sprach von „Angriffen“. Die Streitkräfte und die Polizei würden der „Verschwörung“ auf den Grund gehen.

Mindestens ein Mensch wurde bei einer Explosion im Restaurant des Cinnamon Grand Hotel getötet, wie ein Mitarbeiter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Das Hotel liegt in der Nähe der Residenz des Regierungschefs.

Die Oberbefehlshaber der Streitkräfte hielten mit mehreren Ministern eine Krisensitzung ab, wie der Minister für Wirtschaftsreform, Harsha de Silva, auf Twitter schrieb. Er habe in einer Kirche in Colombo „schreckliche Szenen“ erlebt. Diese sei mit Körperteilen übersät gewesen. Er rief dazu auf, die Ruhe zu bewahren und zu Hause zu bleiben. Rettungsmaßnahmen liefen.

Die ersten Explosionen wurden in den Kirchen St. Antonius in Colombo und St. Sebastian in dem außerhalb der Hauptstadt gelegenen Ort Negombo gemeldet. Zu dem Zeitpunkt feierten die Gläubigen gerade die Ostermesse. Die dritte Kirche liegt in Batticaloa im Osten Sri Lankas.

Die Bomben in der St. Anthony Kirche in Colombo, der Kirche St. Sebastian in Nigombo und einer Kirche in Batticaloa explodierten am Ostersonntagmorgen zwischen 8.30 Uhr und 9.00 Uhr Ortszeit, berichtete die Tageszeitung Colombo Telegraph auf ihrer Webseite laut Kathpress. Etwa zur gleichen Zeit seien Bomben in den drei Fünfsterne-Hotels Shangri-La, Cinnamon Grand und Kingsbury in Colombo in die Luft gegangenen.

Die dem heiligen Antonius von Padua geweihte Kirche gilt demnach als Nationalheiligtum der Katholiken des mehrheitlich buddhistischen Sri Lanka. 6,1 Prozent der 22 Millionen Einwohner des Inselstaates sind Katholiken.

Der südasiatische Inselstaat ist ein beliebtes Touristenziel, auch für Europäer. Die Mehrheit der Bevölkerung sind Buddhisten.

Sri Lankas Bürgerkrieg war 2009 nach 26 Jahren zu Ende gegangen. Die Rebellengruppe Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) hatte für einen unabhängigen tamilischen Staat im Norden des Landes gekämpft. Die Armee ging gegen die Aufständischen mit aller Härte vor und besiegte sie schließlich. Die UN wirft beiden Seiten Kriegsverbrechen vor.

(Grafik 0498-19, 88 x 94 mm)




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