Letztes Update am So, 21.04.2019 10:21

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sri Lanka - Mehr als 400 Verletzte bei sechs Explosionen



Colombo (APA/Reuters/dpa/AFP) - In Sri Lanka sind bei einer Serie von Bombenanschlägen auf Kirchen und Luxushotels am Ostersonntag 138 Menschen getötet worden. Mehr als 400 Menschen seien verletzt worden, teilten die Polizei und das Staatliche Krankenhaus in Colombo weiter mit. „Ich verurteile die feigen Attentate heute auf unsere Bevölkerung“, schrieb Ministerpräsident Ranil Wickremesinghe auf Twitter.

Er rief alle Einwohner seines Landes auf, angesichts der Tragödie einig und stark zu bleiben. Die Verbreitung von Spekulationen und unbestätigten Berichten müsse vermieden werden, appellierte der Regierungschef an die Bevölkerung. Die Regierung unternehme alle nötigen Schritte, fügte er hinzu und berief das nationale Sicherheitskabinett zu einer Sitzung ein. Die Attentate, zu denen sich zunächst niemand bekannte, sind mit die schwersten seit dem Ende des Bürgerkrieges vor zehn Jahren.

Die meisten Anschläge wurden in der Hauptstadt des bei Urlaubern beliebten Landes verübt. Unter den Toten seien auch neun Ausländer, erklärten die Behörden, nannten aber keine Nationalität. Bisher gibt es keine Hinweise auf betroffene Österreicher.

Die Kirchenverwaltung NCEASL, die mehr als 200 Kirchen und andere christliche Organisationen in Sri Lanka vertritt, hatte sich jüngst besorgt über vermehrte Übergriffe geäußert. Im vergangenen Jahr habe es 86 bekannte Vorfälle von Diskriminierung, Drohungen und Gewalt gegen Christen und ihre Einrichtungen gegeben. In diesem Jahr seien es bisher 26 gewesen. So hätten buddhistische Mönche wiederholt versucht, christliche Gottesdienste zu stören.

Nach statistischen Daten von 2012 sind unter den rund 22 Millionen Einwohnern Sri Lankas 70 Prozent Buddhisten, gut zwölf Prozent Hindus, knapp zehn Prozent Muslime und gut sieben Prozent Christen.

Israels Staatspräsident verurteilte indes die Angriffe auf Kirchen und Hotels in Sri Lanka als „abscheuliches Verbrechen“. Sie hätten auch jenen gegolten, die am Ostersonntag beteten, schrieb Reuven Rivlin auf Twitter. „Wir sind alle Kinder Gottes; eine Attacke auf eine Religion ist eine Attacke auf uns alle.“ Das israelische Außenministerium teilte mit, bisher gebe es keine Informationen zu israelischen Opfern bei den Attacken.

Der deutsche Außenminister Heiko Maas äußerte sich bestürzt über die Serie von Angriffen auf Kirchen und Hotels und verurteilte sie aufs Schärfste. „Die Nachrichten aus Sri Lanka machen fassungslos. Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen der Opfer und hoffen mit den Verletzten“, schrieb er am Sonntag auf Twitter. Am Osterfest so viel Hass zu erleben, schmerze. „Ostern ist ein Fest der Liebe, das uns lehrt: Hass unsererseits kann nie die Lösung sein.“ Weiter erklärte der SPD-Politiker: „Diese niederträchtige Tat richtete sich offenbar gezielt gegen Menschen, die sich am Ostersonntag in der Kirchen dem Gebet und der Besinnung widmeten, sowie gegen Reisende. Nichts kann die gezielte Ermordung unschuldiger Menschen rechtfertigen.“




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