Letztes Update am Mo, 22.04.2019 12:34

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ukraine-Wahl - Merkel gratuliert Selenskyj zum Sieg



Berlin/Kiew (APA/dpa/AFP) - Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Wolodymyr Selenskyj zu seinem Sieg bei der Stichwahl um das ukrainische Präsidentenamt gratuliert. Nach einer Mitteilung des Bundespresseamtes vom Montag wünschte sie dem 41-Jährigen für die vor ihm liegenden Aufgaben viel Glück und Erfolg.

„Die Stabilisierung der Ukraine sowie eine friedliche Konfliktlösung liegen mir ebenso am Herzen wie die Durchführung zentraler Reformen der Justiz, der Dezentralisierung sowie der Korruptionsbekämpfung“, wurde die deutsche Kanzlerin zitiert. „Die Bundesregierung wird der Ukraine insbesondere in ihrem Recht auf Souveränität und territoriale Integrität auch in Zukunft tatkräftig zur Seite stehen.“ Merkel sagte weiter, sie würde sich freuen, Selenskyj bald in Berlin empfangen zu können.

Auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und EU-Ratspräsident Donald Tusk hatten Selenskyj in einem gemeinsamen Brief die Unterstützung der EU im Konflikt um die „Souveränität, Unabhängigkeit und territoriale Integrität“ der Ukraine zugesaft. Sie sprachen der ukrainischen Bevölkerung zudem ihre Anerkennung für das „starke Festhalten an Demokratie und Rechtsstaatlichkeit“ bei der Wahl aus.

Der prowestliche Schauspieler Selenskyj war der Wahlkommission zufolge nach Auszählung von mehr 90 Prozent der Wahlzettel auf 73 Prozent der Stimmen gekommen. Amtsinhaber Petro Poroschenko landete weit abgeschlagen bei 24,5 Prozent der Stimmen. Merkel hatte kurz vor der Abstimmung Poroschenko in Berlin getroffen.

Der deutsche Außenminister Heiko Maas gratulierte ebenfalls dem 41-Jährigen. Die Abstimmung wertete der SPD-Politiker in einer Mitteilung vom Montag zugleich als „ein Zeichen für die lebendige und starke Demokratie“ in dem Land. Maas dankte dem unterlegenen Poroschenko dafür, „dass er noch gestern den verfassungsmäßigen friedlichen Wechsel eingeleitet hat“.

Auf Selenskyj warten enorme Herausforderungen, unter anderem der Konflikt um die Ostukraine und mit Russland, die Wirtschaftskrise und die grassierende Korruption.

(Alternative Schreibweisen: Wladimir Selenski)




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