Letztes Update am Di, 23.04.2019 13:15

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Patriarch Kyrill: Selenskij „historische Chance“ für Ukraine



Moskau/Kiew (APA) - Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill setzt große Hoffnungen in den neuen ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskij. Er habe „die historische Chance“, die Menschen der Ukraine zu vereinen, so Kyrill laut „Interfax“ am Dienstag. Der Moskauer Patriarch gratulierte Selenskij zur Wahl zum Staatschef und hofft, „dass die kanonische Kirche in seiner Amtszeit nicht länger verfolgt wird“.

Selenskij steht für die russischsprachige Kultur in der Ukraine und hat laut Kathpress keine besondere Affinität zur orthodoxen Kirche. In seiner Zeit als Comedystar im Fernsehen hatte er die Bemühungen von Präsident Petro Poroschenko zur Erlangung eines Unabhängigkeitsdekrets (Tomos) für die „Orthodoxe Kirche der Ukraine“ (OKU), das Patriarch Bartholomaios von Konstantinopel der OKU im Jänner überreicht hatte, auf die Schaufel genommen. Die OKU wird vom Moskauer Patriarchat nicht anerkannt und rivalisiert mit der Ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats (UOK-MP).

UOK-MP-Metropolit Onufri sagte Selenskij in einem am Montag in Kiew veröffentlichten Glückwunschschreiben die „bedingungslose Unterstützung“ seiner Kirche in allen Angelegenheiten zu, die zur Stärkung der „geistigen und moralischen Werte der ukrainischen Gesellschaft“ beitrügen. Er sei davon überzeugt, dass Selenskij die von der Verfassung garantierte Nichteinmischung des Staates in Kirchenfragen sowie die Religionsfreiheit der Gläubigen aller Konfessionen achten werde.




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