Letztes Update am Di, 23.04.2019 14:51

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Von Truman bis Trump: Die Queen und die US-Präsidenten



London/Washington (APA/dpa) - Die britische Königin Elizabeth II. hat in ihrer langen Regentschaft schon viele US-Präsidenten kommen und gehen sehen. Mit den meisten traf sie entweder in den USA oder in Großbritannien zusammen.

Donald Trump empfing sie im vergangenen Jahr bereits zum Tee auf Schloss Windsor. Die Monarchin lächelte stoisch, Trump strahlte. Knapp zwei Millionen Briten sorgten sich, der US-Präsident könne die Queen in Verlegenheit bringen und unterzeichneten damals eine Petition mit dem Ziel, den Besuch abzusagen. Doch außer dass Trump nicht so recht wusste, auf welcher Seite er beim Abschreiten der Ehrengarde gehen sollte, gab es keinen Fauxpas.

Nun kommen Trump und First Lady Melania zum lang ersehnten, pompösen Staatsbesuch vom 3. bis 5. Juni mit Kutschfahrt und Staatsbankett ins Vereinigte Königreich. Dabei wird es viel Gelegenheit geben, in Fettnäpfchen zu treten.

Harry S. Truman traf die Queen in Washington im Jahr 1951. Damals war sie noch Prinzessin Elizabeth. Wenige Monate später starb ihr Vater George VI. - Elizabeth wurde zur Königin. Truman blieb noch bis 1953 im Amt.

Mit Dwight D. Eisenhower, vormals General und im Zweiten Weltkrieg Oberkommandierender des Obersten Hauptquartiers der Alliierten Expeditionsstreitkräfte in Europa, verband sie eine besondere Freundschaft. Sie begegnete ihm 1957 in den USA, bei ihrem ersten Staatsbesuch als britische Monarchin. Später lud sie ihn sogar auf die königliche Jacht Britannia ein und auf ihre Sommerresidenz Schloss Balmoral in Schottland.

John F. Kennedy und First Lady Jackie dinierten mit der Queen und Prinz Philip im Buckingham-Palast im Juni 1961. Der später für seinen trockenen Humor berüchtigte Philip soll einer Biografin von Jackie Kennedy zufolge „nett aber nervös“ gewesen sein. Der Abend sei trotzdem „sehr angenehm“ gewesen, notierte der damalige britische Premierminister Harold Macmillan laut „Vanity Fair“.

Lyndon B. Johnson (1963-69) ist der einzige US-Präsident, den die Queen während ihrer Regentschaft nicht getroffen hat.

Richard Nixon war in den Jahren 1969 und 1970 jeweils zu Besuch. Er versuchte Berichten zufolge verbissen, seine Tochter Tricia mit Thronfolger Prinz Charles zu verkuppeln - vergeblich.

Gerald Ford traf die Queen im Jahr 1976 in den USA während der Feierlichkeiten zum 200. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Trotz seiner generellen Tollpatschigkeit soll er die Queen bei einem Ball mit seinen Tanzkünsten begeistert haben.

Jimmy Carter kam 1977 nach London. Er sorgte für einen regelrechten Skandal, als er die Mutter von Elizabeth II., Queen Mum, zur Begrüßung auf den Mund küsste. Die versuchte vergeblich auszuweichen und soll sich später empört haben: „Das hat niemand gemacht, seit mein Mann tot ist.“

Ronald Reagan und seine Frau Nancy waren Gäste auf Schloss Windsor im Jahr 1982. Auch zu Reagan hatte die Queen einen besonderen Draht. Vor allem, weil Reagan ihre Liebe zu Pferden teilte, heißt es. Drei Mal besuchte Reagan die Queen. Ein Mal trafen die beiden bei einem Besuch der Queen an der US-Westküste zusammen. Er wurde später sogar zum Ritter geschlagen.

George Bush Senior war 1989 zu einem Lunch in den Buckingham-Palast geladen. Ein zweites Mal begegneten sich die beiden 1991 in Washington. Als die Queen dabei von einem Podium sprach, das für den knapp 1,90 Meter großen Bush eingerichtet worden war, ragte nur ihr Hut hinter dem Pult vor. Bush nahm die Queen auch zu einem Baseball-Spiel mit.

Bill Clinton und seine Frau Hillary trafen die Queen mehrmals, unter anderem im Jahr 2000 im Buckingham-Palast. Die Clintons wurden auch auf die royale Jacht Britannia eingeladen.

George W. Bush kam erstmals im Jahr 2001 nach London. Zwei Jahre später erhielt er als erster US-Präsident einen pompösen Staatsempfang mit Kutschfahrt auf der Londoner Prachtstraße „The Mall“. Die beiden kamen zwei weitere Male zusammen. Beim Besuch der Queen in Washington 2007 dankte er Elizabeth II., dass sie bereits 1776 zur Feier des 200. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung dabei gewesen sei. „Sie gab mir einen Blick, wie nur eine Mutter ihrem Kind zuwirft“, sagte Bush über den Versprecher.

Auch Barack Obama wurde mit einem Staatsempfang geehrt. First Lady Michelle verführte die Queen sogar zu einem Bruch des Protokolls: Sie legte ihr den Arm um die Schulter, Elizabeth erwiderte die Geste. Die Obamas kamen noch einmal kurz nach deren 90. Geburtstag im Jahr 2016.




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