Letztes Update am Di, 23.04.2019 15:42

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fußball: LASK will bei Glasners Abschiedstour „Maximum herausholen“



Pasching/Graz (APA) - Nur noch sechs Spiele ist Oliver Glasner LASK-Trainer, danach wartet auf ihn der VfL Wolfsburg in der deutschen Fußball-Bundesliga als neue Herausforderung. Bis dahin will der Tabellenzweite „das Maximum rausholen“, wie es Mittelfeldspieler Reinhold Ranftl am Dienstag ausdrückte. Zum Beginn von Glasners Abschiedstour geht es am Mittwochabend (19.00 Uhr) im Heimspiel gegen Sturm Graz.

Die Steirer kassierten zuletzt Niederlagen beim Tabellenführer in Salzburg (1:3) sowie zu Hause gegen den WAC (1:2) und fielen dadurch auf Platz fünf zurück. „Sie hatten zuletzt Probleme, in der Offensive Chancen zu kreieren“, erklärte Glasner, dessen Mannschaft am vergangenen Sonntag ein 2:2 bei der Wiener Austria erreicht hatte. „Wir haben nach vorne sehr gut umgeschaltet, aber zweimal in der Defensive nicht gut agiert“, meinte der 44-Jährige rückblickend auf das Gastspiel in der Bundeshauptstadt.

Während der LASK trotz der jüngsten vier sieglosen Partien (inklusive Cup-Halbfinale) bei sechs Punkten Vorsprung auf den drittplatzierten WAC noch immer voll auf Kurs Richtung Champions-League-Qualifikation liegt und laut Glasner nun „einen Heimsieg feiern“ will, rumorte es beim Gegner am Tag vor dem Match in Pasching. „Bei Sturm geht es immer sehr schnell“, betonte Sportchef Günter Kreissl am Dienstag. Denn immer, wenn es so wie jetzt in Graz nicht gut laufe, „setzt sehr schnell so eine Art Selbstzerfleischungsprozess ein, wo von allen Seiten geschossen wird“.

Der 44-Jährige hielt in seinem knapp fünfminütigen Eingangsstatement der Pressekonferenz fest, dass er „zu hundert Prozent vom Potenzial von allen beim SK Sturm tätigen Spielern überzeugt“ sei. „Nur die Leistung haben sie leider nicht auf den Platz bekommen. Die einzige Chance auf Erfolg ist, an das Potenzial aller zu glauben“, bekräftigte Kreissl, dass nun Einheit und Ruhe gefragt seien, merkte aber auch an: „Es ist gut, wenn Leute kritisch sind, denn Stille wäre Resignation.“

Sein Trainer Roman Mählich übte sich anschließend in Selbstkritik. „Ich habe es nicht geschafft, die Truppe wieder hinzubringen. Es gelingt mir nicht, die Erwartungen zu erfüllen, es tut mir für die Fans leid“, gab der 47-Jährige zu Protokoll. Seine Mannschaft habe aber „kein Mentalitätsproblem. Wir glauben noch alle an die Chance auf den dritten Platz“, sagte Mählich, dessen Truppe sechs Runden vor Schluss vier Zähler auf den WAC fehlen.

„Für Sturm Graz geht es um Europacup-Plätze. Sie agieren aus einer kompakten Defensive, ziehen sich weit zurück und machen die Räume eng. Da darf man nicht in Konter laufen“, warnte Glasner vor der Stärke der „Blackies“, die er „sehr aggressiv“ erwartete. Mählich pries dagegen das „schnelle Umschaltspiel“ und „gute Gegenpressing“ der Oberösterreicher. „Dafür braucht es eine geordnete Defensive, um bestehen zu können. Ich bin überzeugt, dass wir morgen gewinnen können“, sagte der Sturm-Coach.

Mählich war sich auch sicher, dass der am Dienstag kommunizierte Abgang von Glasner mit Saisonende „sicher keine Auswirkungen“ auf das Match haben werde. „Wir hatten diese Situation schon in Salzburg mit Marco Rose“, erinnerte der ehemalige ÖFB-Teamspieler an das 1:3 vor neun Tagen. LASK-Mittelfeldakteur Reinhold Ranftl freute sich wie der Rest der Mannschaft für Glasner. „Für uns ist das auch eine Auszeichnung, und ich vergönne es dem Trainer, das ist überragend für ihn.“




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