Letztes Update am Mi, 24.04.2019 12:30

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„Ratten-Gedicht“ - Regierungsspitze sieht auch SPÖ in der Pflicht



Wien (APA) - Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) haben ihre Reaktion auf das „Ratten-Gedicht“ des zurückgetretenen Braunauer Vizebürgermeisters verteidigt. Beide sehen aber auch die SPÖ in der Pflicht, wenn es um Konsequenzen bei Verfehlungen geht. Sie verwiesen am Mittwoch nach dem Ministerrat auf die Beschäftigung von Paul Pöchhacker.

Pöchhacker war jenes SPÖ-Kampagnenmitglied im Nationalrats-Wahlkampf, das manipulierte Facebook-Seiten gegen ÖVP-Chef Sebastian Kurz betrieben haben soll. Im Rennen um die Bundespräsidentschaft hatte er dem nach einem Sportunfall behinderten FP-Nationalratspräsidenten Norbert Hofer Helmut Qualtingers „Krüppellied“ gewidmet. Laut Medienberichten ist Pöchhacker mit seiner Firma wieder für die SPÖ tätig.

Wenn es nun um die Kritik an „Einzelfällen“ in der FPÖ geht, fehle SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner „jedwede moralische Legitimation“, bezog Strache sich auf das Engagement Pöchhackers („Zeremonienmeister der Hetze“). Auch will sich der FPÖ-Obmann keine anderen Verfehlungen „in die Schuhe schieben lassen“, wie Vereine, die mit der FPÖ nichts zu tun hätten. Bei der SPÖ regierten derzeit „Diffamierung“, „Denunziation“ und „Hetze“.

Kurz stellt sich bei der Kritik an der SPÖ hinter seinen Vize und erinnerte an die Koalitionen der Sozialdemokraten mit der FPÖ in Linz und im Burgenland. Auch will sich der Bundeskanzler laut eigener Aussage immer dann zu Wort melden, „wenn ich das Gefühl habe, dass es notwendig ist“. Dies betreffe jede Form von Extremismus und Antisemitismus. Sollte dies ein Regierungsmitglied betreffen, will Kurz auch von seinem Durchgriffsrecht Gebrauch machen.

Vor der Ministerrats-Sitzung waren die Regierungsmitglieder bei der Kranzniederlegung anlässlich des Gedenkens an die Wiedererrichtung der Politik. Für Kurz ist dies ein Tag, der daran erinnern sollte, dass Friede, Freiheit, bescheidener Wohlstand und ein Rechtsstaat keine Selbstverständlichkeit seien. Strache sah auch eine „klare Absage an Nationalsozialismus und jede totalitäre Gesinnung“.




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