Letztes Update am Mi, 24.04.2019 12:42

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Aktivisten: Meisten Hinrichtungsopfer in Saudi-Arabien waren Schiiten



Riad/Teheran (APA/AFP) - Die 37 Saudi-Araber, die am Dienstag in dem wahhabitischen Königreich hingerichtet wurden, gehörten laut Aktivisten fast alle zur schiitischen Minderheit. Von ihnen seien mit Sicherheit 33 Schiiten gewesen, sagte der Forscher Adam Coogle von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP.

Die Männer waren der „Bildung terroristischer Gruppen“ schuldig befunden worden. Die Schiiten im Osten Saudi-Arabiens klagen seit langem über Benachteiligung durch die sunnitische Führung in Riad, die ihrerseits die religiöse Minderheit verdächtigt, mit dem Iran zu sympathisieren. Im Jänner 2016 führte die Hinrichtung von 47 Männern, darunter der prominente schiitische Geistliche Nimr al-Nimr, zu heftigen Protesten im Iran, woraufhin Riad seine Beziehungen zu Teheran abbrach.

Nach den erneuten Massenexekutionen warf der Iran den USA vor, kein Wort zum Vorgehen seines Verbündeten Saudi-Arabien zu verlieren. „Nachdem sie die Augen vor der Zerstückelung eines Journalisten geschlossen hat, gibt es kein Wort der Trump-Regierung, da Saudi-Arabien an einem Tag 37 Männer enthauptet - und sogar einen kreuzigt, zwei Tage nach Ostern“, schrieb Außenminister Mohammed Jawad Zarif im Kurzmitteilungsdienst Twitter. Eines der Hinrichtungsopfer vom Dienstag war anschließend noch gekreuzigt worden.

Zarif spielte in seinem Tweet auch auf die Ermordung des saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi im Konsulat seines Landes Anfang Oktober in Istanbul an. Trotz Hinweisen, dass der mächtige saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman hinter dem Mord steckte, hatte US-Präsident Donald Trump Sanktionen gegen den ölreichen Wüstenstaat abgelehnt.




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