Letztes Update am Mi, 24.04.2019 13:39

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kärntner Burschenschaft wirbt mit NS-Symbolen um junge Mitglieder



Feldkirchen (APA) - Ein Video der Kärntner Pennalburschenschaft „Tigurina“, das der Anwerbung jugendlicher Mitglieder dienen soll, sorgt derzeit für Aufregung. Wie die „Kleine Zeitung“ in ihrer Mittwoch-Ausgabe berichtet, werden in dem Video NS-Symbole ebenso verwendet wie das Ustascha-Wappen. Ratten werden mit Demonstranten gegen den Akademikerball gleichgesetzt.

Ein korporierter Fuchs ist am Logo der Tigurina zu sehen. Auf der Homepage wird der Besucher gefragt: „Du bist über 15, Mittelschüler und hast Political Correctness und Mainstream satt? Dann werde jetzt aktiv in der Burschenschaft Tigurina. Unter Aktuelles findet sich das selbst produzierte Zwei-Minuten-Video, in dem man laut Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) nicht lange nach NS-Symbolen suchen muss. Da finden sich Sujets aus einem Propagandabildband aus dem Jahr 1943, ein Bild von Luftwaffenfliegern beim Angriff auf Polen 1939 und mehr. Auch eine Abbildung des sogenannten Ortstafelsturms in Kärnten aus dem Jahr 1972 ist zu sehen. Bernhard Weidinger vom DÖW meinte, strafrechtlich sei das Video nicht eindeutig zu bewerten. „Die Symbolik lässt allerdings keinen Zweifel, wo sich die Macher des Videos bedient haben.“

Klickt man auf der Website den Button „Rückblick“ an, taucht das Plakat des Kongress „Verteidiger Europas“ am Wasserschloss Aistersheim auf, der im März vergangenen Jahres dort stattgefunden hat. Gegner bezeichnen dieses Treffen als das „größte rechtsextreme Event seiner Art im deutschsprachigen Raum“.

Laut DÖW ist die Ausrichtung der Tigurina nicht wirklich verwunderlich: „Dass eine deutschnationale Mittelschulverbindung so unverblümt Anleihen beim Neonazismus macht, überrascht angesichts der Vergangenheit zumindest eines ihrer Führungskader wenig: Der bis heute aktive Tiguriner gehörte noch in den 1990er-Jahren zum inneren Kreis der österreichischen Neonaziszene unter Gerd Honsik, Franz Radl jun. und Gottfried Küssel.“




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