Letztes Update am Mi, 24.04.2019 17:27

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Protest wegen geschlossenen U-Bahn-Stationen in Roms Stadtzentrum



Rom (APA) - Mit einem Flashmob unweit der Spanischen Treppe haben Politiker der oppositionellen Sozialdemokraten (PD) am Mittwoch zum Protest gegen die Missstände in Roms Nahverkehrssystem aufgerufen. Drei U-Bahn-Stationen im Zentrum der Ewigen Stadt sind seit Wochen geschlossen.

Seit sechs Monaten ist die U-Bahn-Station Repubblica unweit des Hauptbahnhofes Termini gesperrt. Als vor dem Champions-League-Spiel zwischen dem AS Rom und ZSKA Moskau im Oktober des Vorjahres die Rolltreppe der zentralen Metrostation Repubblica einstürzte und 24 russische Fans verletzt wurden, ist die Haltestelle nicht mehr zugänglich. Nach Kontrollen der Rolltreppen wurden vor einem Monat auch die Stationen Barberini und Spagna gesperrt. Damit ist das Zentrum von Rom mit der Metro überhaupt nicht mehr zu erreichen. Die Touristen mussten sich an den Ostertagen in überfüllte Busse zwängen.

„Wir wollen Rom wieder öffnen“, lautet der Slogan der PD. Angeführt wurde der Protest von der EU-Abgeordneten Marta Bonafe, die weitere Protestaktionen gegen die geschlossenen U-Bahn-Stationen ankündigte und den Rücktritt von Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi verlangt. Die Demonstranten forderten die teilkommunale Nahverkehrsgesellschaft ATAC zur Rückzahlung der Jahreskarten für die öffentlichen Verkehrsmittel auf, da die drei U-Bahn-Stationen voraussichtlich noch länger geschlossen bleiben werden.

In fast drei Jahren Amtszeit habe Raggi, Spitzenpolitikerin der populistischen Fünf Sterne-Bewegung, die römischen Verkehrsbetriebe, die seit Jahren für Ineffizienz, Korruption und Freunderlwirtschaft berüchtigt seien, immer noch nicht saniert, kritisierten die Demonstranten. Der schwerverschuldete Verkehrsbetrieb ATAC, der für sein ineffizientes Nahverkehrssystem bekannt ist, ist nicht nur wegen den geschlossenen U-Bahn-Stationen, sondern auch wegen den veralteten Bussen ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Busse sind in den vergangenen Monaten immer wieder in Brand geraten.

ATAC betreibt Busse, das Straßenbahnnetz, die U-Bahn-Linien A, B und C sowie die Züge in die Vororte. Das Unternehmen hat rund 11.500 Angestellte und ist einer der großen Arbeitgeber der Stadt. Die populistische Fünf-Sterne-Bewegung, die mit Bürgermeisterin Raggi an der Spitze seit Juni 2016 die italienische Hauptstadt regiert, stemmt sich gegen die vollständige Liberalisierung und will sich weiterhin um eine Sanierung der schwerverschuldeten ATAC bemühen.




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