Letztes Update am Do, 25.04.2019 09:30

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Arzneimittelerstattung 2 - Spitalsträger mit eigenen Therapiegremien



Wien (APA) - Österreich Patienten dürften von Preisverhandlungen, Health-Technology-Assessment-Verfahren etc. aber in Zukunft auch vermehrt in den Krankenhäusern betroffen sein. Immer mehr Landes-Krankenhausverbände organisieren sozusagen eigene Heilmittel- bzw. Therapie-Evaluierungskommissionen.

Dabei geht es vor allem um hoch innovative und zum Teil sehr kostenaufwendige Medikamente oder Therapieverfahren. Ein solches ist zum Beispiel die CAR-T-Zelltherapie bei bestimmten Blutkrebsformen nach Versagen aller sonst verfügbaren Behandlungen. Eine CAR-T-Zelltherapie kann laut vorliegenden Daten um die 320.000 Euro kosten. Nutzen ist möglich, aber natürlich nicht garantiert.

Der Wiener KAV, die steirische Krankenanstalten-Trägergesellschaft KAGes und andere setzen da auf HEK-ähnliche Gremien um Kosten und Nutzen zu bewerten und Entscheidungen darüber zu treffen, ob in ihrem Bereich solche Therapien verwendet werden sollen oder nicht. Laut Herzog geht es allerdings weniger um die Kosten selbst als um „Prozesssicherheit, Entscheidungssicherheit und Transparenz“ über die Anwendung solcher innovativer Medikamente oder Verfahren. „Das ist grundsätzlich positiv.“

Allerdings kann es durch solche Bundesländer-Systeme leicht dazu kommen, dass hoch innovative Therapien beispielsweise in einem Bundesland (z.B. in Wien mit den Universitätskliniken; Anm.) erhältlich sind, schon in den umliegenden Bundesländern wieder nicht. Auch ein Wanderungszyklus von Patienten für die aufwendigsten Behandlungsverfahren durch Österreich kann sich da leicht einstellen. Der Pharmig-Generalsekretär stößt sich an diesen Bundesländerspezifika nicht: „Das ist die Entscheidung jedes einzelnen Spitalsträgers.“ Und solange in Österreich jeder Landes-Spitalsträger eben sein eigenes Budget habe, sei das eben das System.

Dafür will Herzog verstärkt auf die Möglichkeit für Anpassungen bei Arzneimitteln auf der untersten Preisebene drängen: „Wir haben das Problem, dass Arzneimittel großflächig Preise unter der Rezeptgebühr haben und nicht (Preis-)indexmäßig angepasst werden. Das ist nicht in Ordnung und trifft oft kleine und mittlere österreichische Hersteller.“




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