Letztes Update am Do, 25.04.2019 11:34

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kosovos Premier schließt vor Berlin-Treffen Aufhebung von Zöllen aus



Prishtina (Pristina)/Belgrad (APA) - Vor dem Westbalkantreffen, zu dem Frankreich und Deutschland die Präsidenten und Ministerpräsidenten der Region am kommenden Montag nach Berlin eingeladen haben, hat Kosovos Premier Ramush Haradinaj am heutigen Donnerstag erneut eine Aufhebung der Zölle für Waren aus Serbien ausgeschlossen. Bei dem Westbalkantreffen werde es dazu nicht kommen, sagte Haradinaj laut Medienberichten.

In Berlin wird den Ankündigungen nach auch der von der EU initiierte Normalisierungsdialog zwischen Belgrad und Prishtina zur Sprache kommen. Serbiens Präsident Aleksandar Vucic lehnt jegliche Fortsetzung des Dialogs ab, solange die Zölle in Kraft sind. Die serbische Wirtschaft muss dadurch Verluste in der Höhe von etwa 30 Mio. Euro monatlich hinnehmen.

Die kosovarische Regierung hatte die Strafzölle für serbische Waren im November eingeführt, nachdem es Belgrad geschafft hatte, die Aufnahme des Kosovo in die internationale Polizeiorganisation Interpol zu verhindern.

Vucic ließ in den vergangenen Tagen wiederholt wissen, dass er in Berlin Druck auf Serbien erwarten würde, den Dialog trotz der Zölle fortzusetzen.

Indirekt hat er sich darauf auch nach einem Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping am Donnerstag in Peking bezogen. Im Unterschied zu anderen Großmächten würde China keinen Druck auf kleine Staaten ausüben, sondern auch diese immer mit Achtung behandeln, wurde Vucic von der staatlichen serbischen Presseagentur Tanjug zitiert. „Wenn man mit westlichen Großmächten redet, gibt es immer eine Art Druck, welchem man ausgesetzt ist; wenn man mit China und seinen Führungskräften redet, wird einem immer Achtung entgegengebracht“, so der serbische Präsident.




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