Letztes Update am Do, 25.04.2019 12:40

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Konkursverfahren über Oberndorfer Druckerei eröffnet



Göming/Amsterdam (APA) - Die zuletzt in finanzielle Schwierigkeiten geratene Oberndorfer Druckerei in Göming (Flachgau) hat am Donnerstag am Landesgericht Salzburg Konkurs angemeldet. Erst in der Vorwoche hatte der niederländische Mutterkonzern - die Circle Media Group (CMG) mit Sitz in Amsterdam - einen Insolvenzantrag für die Holding-Gesellschaft ihrer holländischen Druckunternehmen gestellt.

Dabei hatte die CMG noch versichert, dass die Töchter in Österreich, Belgien, Spanien und Ungarn ihre Zahlungen nicht einstellen werden. Wie der Kreditschutzverband KSV1870 heute mitteilte, lagen zunächst keine Angaben zur Insolvenzursache und zur Höhe der Aktiva und Passiva vor.

Die Gewerkschaft hatte bereits am vergangenen Donnerstag kritisiert, dass die Oberndorfer Druckerei seit Anfang März des Jahres keine Gehälter und Löhne mehr ausbezahlt hat. Die 160 betroffenen Mitarbeiter wurden dabei bei einer Betriebsversammlung über die wirtschaftliche Situation informiert. Dabei hatte es vonseiten der Geschäftsführung noch geheißen, dass eine Insolvenz nicht beabsichtigt sei. Die Gewerkschaft stellte dem Unternehmen in der Vorwoche auch eine zehntägige Frist zur Ausbezahlung der ausstehenden Löhne und Gehälter.

Im Geschäftsjahr 2017 fuhr die Oberndorfer Druckerei laut „Wirtschafts-Compass“ einen Verlust von rund 2,1 Mio. Euro ein, 2016 betrug der Verlust 1,3 Mio. Euro. Der Umsatz betrug im Jahr 2017 49,7 Mio. Euro (2016: 60,5 Mio. Euro). Am Druckereistandort in Göming werden Versandkataloge, Broschüren, Beilagen und Kataloge sowie Zeitschriften hergestellt. Die Auslastung sei laut Betriebsrat ihm Vorjahr „sehr gut“ gewesen.

In einer Unternehmensmitteilung hatte die CMG vergangene Woche die Insolvenz ihrer holländischen Druckereien mit dem starken Verfall des Marktes im Jahr 2018 begründet. Die Papierpreise seien um 15 bis 20 Prozent gestiegen, während die Druckvolumina doppelt so schnell zurückgegangen seien wie im Durchschnitt. Eine geplante Reorganisation innerhalb der zweiten Jahreshälfte 2018 habe in den ersten Monaten von 2019 nicht den erwünschten Erfolg gehabt. Zudem habe sich auch das neue holländische Kündigungsgesetz als kontraproduktiv erwiesen.




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