Letztes Update am Do, 25.04.2019 14:34

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Volksbank Wien bringt gesamte Volksbanken-Produktion unter ihr Dach



Wien (APA) - Aus österreichweit 58 Volksbanken wurden in den vergangenen Jahren neun. Jetzt läuft eine massive Konzentration im Bankbetrieb. 2019 und in den Folgejahren werden Abwicklung und Produktion beim Spitzeninstitut Volksbank Wien zentralisiert - beziehungsweise bei deren Produktionstochter „VB Services für Banken GmbH“.

Die „Produktionstochter“ VB Services unterliegt nach Bankangaben seit jeher nicht dem Banken- sondern dem Gewerbe-Kollektivvertrag. Daran soll sich auch künftig nichts ändern.

Bisher habe man neun Institute (acht Bundesländer-Volksbanken und das Spitzeninstitut), die alles neunmal machten, sagte Volksbank-Wien-Chef Gerald Fleischmann am Donnerstag vor Journalisten. Es soll nun immer mehr zentral in der Volksbank Wien erledigt werden, zum Beispiel Zahlungsverkehr, Wertpapier- und Kreditabwicklung, Marktservice, Revision, Controlling, Compliance etc. Ein „Produktkatalog“ werde von der Volksbank Wien gesteuert. Ebenso obliegen Steuerung und Regulatorik ausschließlich der Volksbank Wien. Die Kundenbetreuungsverantwortung werde aber bei den regionalen Banken bleiben.

Fleischmann erwartet, dass 2019 das Umfeld niedriger Zinsen anhält. Das mache weiterhin eine Straffung der Kostenstruktur nötig. Dazu würden, so heißt es auch im Jahresbericht 2018, unter anderem weitere Zusammenarbeitsmodelle im Volksbankenverbund evaluiert, die in den nächsten Jahren umzusetzen seien. Zu gute kommt den Volksbanken, wie auch allen anderen Banken, dass 2019 auch die Kreditrisikokosten niedrig bleiben dürften. 2018 konnten sogar Wertberichtigungen aufgelöst werden.

Bei den Filialen ist nach rund 100 Schließungen in den letzten zwei Jahren mit rund 300 in der Gruppe die Zielstruktur praktisch erreicht. Denkbar sei, dass nochmals um ein Zehntel „optimiert“ wird, hieß es heute. Die Filialen sollen Kernstück der Volksbanken mit ihrem Schwerpunkt im Privat- und KMU-Geschäft bleiben. Das digitale Geschäft wird weiter ausgebaut, soll aber nicht zum Hauptkanal werden. In nächster Zeit werden alle Filialmitarbeiter mit Tablets ausgestattet. Für Funktionen der Digitalen Geldbörse wird mit mehreren Anbietern verhandelt.

Die Gruppe in Zahlen: Bei überdurchschnittlich hohen Kreditzuwächsen und um 3 Prozent reduzierten Verwaltungskosten schrieb die Volksbankengruppe 2018 einen um 88,36 Prozent auf 115,2 Mio. Euro gestiegenen Gewinn. Die Bilanzsumme lag zum Jahresende bei 26,6 Mrd. Euro (2017: 25,3 Mrd. Euro). Faule Kredite machten nur 2,68 Prozent aller Kredite aus. Die Kernkapitalquote betrug zum Ultimo 12,08 Prozent.

Das Spitzeninstitut Volksbank Wien AG hat das Konzernergebnis um 30,58 Prozent auf 70,5 Mio. Euro angehoben, bei einer Bilanzsumme von 11,5 (2017: 10,6) Mrd. Euro. Die Kernkapitalquote im Spitzeninstitut wird mit 14,28 Prozent beziffert. Die Volksbank Wien unterhält 87 Standorte (Wien, Burgenland, Weinviertel, Waldviertel und Industrieviertel).

Aus dem Ausland haben sich die Volksbanken verabschiedet. Im Februar 2018 wurde die Volksbank Schweiz an die Alpha Rheintal Bank verkauft (Entkonsolidierungsergebnis: 15 Mio. Euro). Im März 2019 wurde der Verkauf der Volksbank Liechtenstein an die einst von Martin Schlaff gegründete Liechtensteiner Sigma Kreditbank über die Bühne gebracht.

Seit der Zerschlagung der alten ÖVAG Mitte 2015 ist die Volksbank Wien das Volksbanken-Spitzeninstitut und zugleich größte regionale Volksbank. Ein Teil der Ex-ÖVAG wanderte in die Abbaufirma Immigon, die heuer im Mai nach fast vier Jahren die eigene Liquidation einleitet.

~ WEB http://www.volksbankwien.at/ ~ APA351 2019-04-25/14:31




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