Letztes Update am Do, 25.04.2019 15:07

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bosniens Protest-Anführer bereitet Kundgebung in Wien vor



Sarajevo/Wien (APA) - Der Anführer der Protestbewegung in der bosnischen Republika Srpska, Davor Dragicevic, hat für 12. Mai zu einer Kundgebung in Wien aufgerufen. „Wir gehen bis zum Ende“ steht laut bosnischen Medienberichten auf Plakaten, mit welchen zum „Protest-Spaziergang“ vom Schwarzenbergplatz bis zum Heldenplatz aufgefordert wird.

Die Kundgebung findet unter dem Motto „Gerechtigkeit für David und Dzenan“ statt. Das bosnische Internetportal „Klix.ba“ berichtete am Donnerstag, dass aus Banja Luka ein Bustransport nach Wien für Kundgebungsteilnehmer organisiert würde.

Dragicevics Sohn David war vor rund einem Jahr in Bosnien unter ungeklärten Umständen ums Leben gekommen. Der damals 21-Jährige wurde tot in einem Flussbett in Banja Luka aufgefunden. Seine Eltern machen den Sicherheitsapparat des serbischen Landesteils von Bosnien-Herzegowina für den Tod ihres Kindes verantwortlich und organisierten deshalb Proteste unter dem Motto „Gerechtigkeit für David“. Die Regierung in Banja Luka wies die Vorwürfe, dass staatliche Stellen mit dem Tod zu tun hätten, stets zurück.

Dzenan Memic aus dem größeren bosnischen Landesteil, der Bosniakisch-Kroatischen Föderation, war im Februar 2016 bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Die Familienangehörigen von Dzenan sind überzeugt, dass die Polizei die Verantwortlichen für den Tod ihres Sohnes decken.

Davor Dragicevic war Ende Dezember untergetaucht, nachdem die täglichen Proteste in Banja Luka von den bosnisch-serbischen Behörden untersagt und ein Haftbefehl gegen ihn erlassen wurde. Er soll zwei serbischen Politikern gedroht haben. Er tauchte erstmals wieder Mitte März in der Öffentlichkeit auf, als sein Sohn nach dessen Exhumierung in Bosnien erneut beigesetzt wurde - auf Wunsch der Eltern in Wiener Neustadt, dem Wohnort der Mutter. Dragicevic erklärte kürzlich dem österreichischen Internetportal „Balkanstories“, dass er Asyl in Österreich beantragt habe.




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