Letztes Update am Do, 25.04.2019 15:19

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Schönborn eröffnete Zubau zu Österreich-Hospiz in Jerusalem



Jerusalem/Wien (APA) - Kardinal Christoph Schönborn hat am Donnerstag den neuen Zubau zum „Österreichischen Hospiz“ an der Via Dolorosa in der Jerusalemer Altstadt eröffnet. Pilger hätten dort seit mehr als 150 Jahren eine Anlaufstelle, ein „Zuhause“ erhalten, sagte Schönborn laut Kathpress.

Der Kardinal hob die Bedeutung des Hospizes als Begegnungs- und Integrationsstätte an der Schnittstelle dreier Religionen hervor. Diese geschehe schon allein durch Arbeitsplätze im Haus, die ebenso Muslime aus der Altstadt wie auch christliche Palästinenser einnähmen.

Zum seit Jahrzehnten schwelenden und immer wieder neu aufflammenden Nahost-Konflikt meinte der Schönborn, er wisse dafür keine Lösung, „niemand hat eine Lösung“. Entscheidend sei wohl die Frage, ob es gelingt, „den Alltag im Sinne eines Miteinanders zu leben“. Jerusalem nachhaltig zu befrieden und zum Ort von Begegnung und Miteinanders zu machen, gelinge in vieler Hinsicht aber nicht, bedauerte der Erzbischof.

Der Bau der neuen „Casa Austria“ beim Pilger-Hospiz war eine technische wie auch diplomatische und finanzielle Herausforderung. Zwölf Gästezimmer und einige weitere Räumlichkeiten sind nun zum Preis von knapp 3,5 Millionen Euro zum Hospiz hinzugekommen, insgesamt umfasst das Hospiz nun 44 Wohneinheiten. Das Hospiz selber brachte 800.000 Euro für den Zubau auf, 1,35 Millionen Euro steuern die Diözesen der katholischen Kirche in Österreich bei, von den Bundesländern kamen Förderungen von insgesamt 675.000 Euro, dieselbe Summe schoss auch der Bund zu.

Die Pläne der christlichen „Casa Austria“ stammen vom israelischen Architekten Zeev Baran, umgesetzt wurde es vom palästinensischen Bauunternehmen Darwish aus einem Jerusalemer Vorort. Rund 80.000 Gäste pro Jahr steuern das Hospiz bzw. das integrierte Kaffeehaus nach Wiener Art an. Am 19. März 1863 war das Pilgerhaus eröffnet worden.




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