Letztes Update am Fr, 26.04.2019 13:40

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Albaniens Außenminister: Lassen uns nicht unter Druck setzen



Wien (APA) - Albanien will sich auf seinem Weg in die Europäische Union „nicht unter Druck setzen“ lassen - „weder durch innere, noch durch äußere Einflüsse“. Das sagte der amtsführende Außenminister Gent Cakaj am Freitag in Wien nach einem Treffen mit seiner Amtskollegin Karin Kneissl (FPÖ).

In Albanien haben sich Teile der Opposition aus dem Parlament zurückgezogen und es finden immer wieder Massenproteste gegen die Regierung von Edi Rama statt. Die Opposition wirft Rama Wahlbetrug und Korruption vor und fordert vorgezogene Neuwahlen.

Gleichzeitig könnte die Europäische Union Albanien bald Grünes Licht für die Aufnahme von EU-Beitrittsgesprächen geben. „Unser Fokus liegt auf dem Weg zur Eröffnung der EU-Beitrittsverhandlungen im Juni dieses Jahres“, betonte Cakaj.

Kneissl unterstrich ihrerseits: „Wir sind starke Befürworter von Albaniens EU-Beitritt.“ Die EU müsse in der Erweiterungsfrage „in geopolitischen Kategorien denken“, mahnte sie. Die Ministerin lobte die Fortschritte der albanischen Behörden etwa bei der Korruptionsbekämpfung oder dem Kampf gegen Drogenhandel.

Für Kneissl ist die Zugehörigkeit eines Landes wie Albanien zu Europa vor allem auch durch „das gemeinsame kulturelle Erbe“ bestimmt. Sie nannte den albanischen Schriftsteller Ismail Kadare als Beispiel für einen „wahrhaft europäischen Autor“ - der ebenso „wahrhaft europäisch“ sei wie etwa Stefan Zweig.




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