Letztes Update am Fr, 26.04.2019 18:07

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Richter schloss Medien von Vorab-Anhörung in Weinstein-Prozess aus



New York/Hollywood (APA/dpa) - Im Prozess um sexuellen Missbrauch durch den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein hat ein Richter am Freitag Medienvertreter von einer Vorab-Anhörung ausgeschlossen. Der New Yorker Richter James Burke entsprach einem entsprechenden Wunsch von Anklage und Verteidigung, weil damit Weinsteins Rechte auf einen fairen Prozess und das Recht der Zeuginnen auf Privatsphäre gewahrt würden.

Burke ergänzte aber, dass die kommende Hauptverhandlung öffentlich sei, berichtete das US-Branchenblatt „Variety“. In der Anhörung will die Anklage erreichen, dass im Laufe des Prozesses neben den zwei Klägerinnen weitere Frauen zu den Vorwürfen sexuellen Missbrauchs gehört werden.

Weinsteins Anwälte befanden, dass eine Berichterstattung in den Medien zu den Zeuginnen möglicherweise die Geschworenen beeinflussen könnte. Unter anderem die Nachrichtenagentur Associated Press und die New York Times hatten argumentiert, dass die hohen Anforderungen an einen Ausschluss der Journalisten nicht erfüllt seien.

Mehr als 80 Frauen werfen dem 67-Jährigen sexuelle Übergriffe vor, darunter auch namhafte Schauspielerinnen. Weinstein beschreibt die Fälle aber stets als einvernehmlich. In New York ist er unter anderem wegen Vergewaltigung angeklagt. Die Vorwürfe einer der Betroffenen wurden durch neue Beweise zuletzt allerdings infrage gestellt. Der Beginn des Prozesses ist derzeit für den 3. Juni angesetzt.




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