Letztes Update am Sa, 27.04.2019 18:19

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kreml: Trump-Vorstoß zum atomaren Abrüsten ist nicht ernst gemeint



Peking (APA/dpa) - Russland bewertet einen neuen Vorstoß von US-Präsident Donald Trump zum atomaren Abrüsten als nicht ernst gemeint. Als Absichtserklärung könne dies begrüßt, als ernsthafte Initiative aber nicht gesehen werden, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Samstag in Peking der Agentur Interfax zufolge.

„Es wäre ideal, die Welt von Atomwaffen zu befreien“, meinte er. Allerdings dienten diese auch der gegenseitigen Abschreckung.

Trump hatte sich kürzlich dafür ausgesprochen, die hohen Ausgaben der USA, Russlands und Chinas für Nuklearwaffen zu senken. Die „Washington Post“ hatte am Donnerstag berichtet, Trumps Regierung bereite sich auf einen neuen Vorstoß für ein Rüstungskontrollabkommen mit Russland und China vor. Ziel sei es, russische Atomwaffen zu begrenzen und China davon zu überzeugen, einem entsprechenden Vertrag beizutreten. Die Initiative sei noch im Anfangsstadium.

Der US-Präsident hatte Anfang des Monats am Rande eines Treffens mit dem chinesischen Vizeministerpräsidenten Liu He im Weißen Haus gesagt, es sei „irre“, dass die USA, Russland und China Hunderte Milliarden Dollar für Atom- und andere Waffen ausgäben. „Es ergibt wirklich keinen Sinn, dass wir das alle machen.“ Trump hatte dafür plädiert, das Geld stattdessen „für Dinge auszugeben, die für langfristigen Frieden vielleicht produktiver sind“. Liu hatte auf Trumps Nachfrage von „einer sehr guten Idee“ gesprochen.

Der frühere Kremlchef Michail Gorbatschow sagte Interfax, es wäre großartig, wenn Trumps Idee tatsächlich in der Politik umgesetzt werden würde. „Es ist wichtig für die gesamte Menschheit. Es gibt kein anderes Ziel.“ Trump habe seine Rhetorik geändert.

Die USA hatten den INF-Vertrag über das Verbot von atomaren Mittelstreckenraketen mit Russland Anfang Februar mit Wirkung zum 2. August gekündigt. Die US-Regierung warf Russland vor, gegen das Abkommen zu verstoßen, und hatte zugleich bemängelt, dass Atommächte wie China nicht Teil des INF-Vertrages sind.




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