Letztes Update am So, 28.04.2019 17:14

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Flut in Kanada - Wasser steigt weiter



Montreal (APA/dpa) - Im Osten Kanadas bereiten sich die Menschen auf eine Jahrhundert-Flut vor. Am Samstag fiel den Behörden zufolge zwar weniger Regen als befürchtet, dennoch stiegen die Pegel des Ottawa River und des Sankt-Lorenz-Stroms weiter an. Neuer Niederschlag und die andauernde Schneeschmelze könnten bewirken, dass am Montag die Höchststände der letzten großen Überschwemmung im Jahr 2017 übertroffen werden.

In den Provinzen Ontario, Quebec, Manitoba und New Brunswick stehen offiziellen Angaben zufolge schon jetzt mehrere Tausend Häuser unter Wasser. Viele Menschen waren von den Fluten eingeschlossen worden und wurden gerettet, manche per Hubschrauber. Besonders betroffen sind die kanadische Hauptstadt Ottawa und die Millionenmetropole Montreal. Beide riefen den Notstand aus. Damit dürfen die Behörden beispielsweise Evakuierungen anordnen und Land beschlagnahmen.

Im Westen Montreals brach am Samstagabend ein Deich, wie der Sender CBC berichtete. 2.500 Wohnhäuser seien daraufhin geräumt worden. Zudem warnen die Behörden in der Provinz Quebec vor einem Kollaps des Bell-Falls-Staudamms und forderten 250 Menschen auf, ihre Häuser zu verlassen. Landesweit sind mehr als Tausend Soldaten im Einsatz. Sie versuchen, Gebäude und Straßen mit Sandsäcken vor den Fluten zu schützen.

Kanadas Premierminister Justin Trudeau machte sich am Samstag in der Provinz Ontario ein Bild von der Lage – offensichtlich zum Ärger einiger Bürger. Filmaufnahmen von CBC zeigen, wie ein Mann, der sich als freiwilliger Helfer ausgibt, Trudeau beschuldigt, die Hilfsarbeiten zu behindern. Trudeau halte die Menschen vom Befüllen der Sandsäcke ab, sagte der Mann, nachdem der Politiker für ein Foto mit Soldaten posiert hatte. Trudeaus Büro teilte auf Twitter mit, die Anwesenheit des Premierministers habe nicht zu Verzögerungen geführt.




Kommentieren