Letztes Update am Mo, 29.04.2019 05:14

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kommissar Hahn wirbt für zügige Aufnahme der Balkanländer in EU



Düsseldorf/EU-weit (APA/AFP) - Vor dem Westbalkan-Gipfel in Berlin hat EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn für eine zügige Aufnahme der Balkanländer in die Union geworben. „Es geht nicht nur um die Menschen in Südosteuropa, es geht auch um unsere ureigensten Interessen“, sagte Hahn dem „Handelsblatt“ vom Montag. „Entweder wir exportieren Stabilität oder wir importieren Instabilität.“

Die Balkanländer seien Nachbarn, betonte Hahn. „Ihre politische und wirtschaftliche Situation kann und darf uns nicht egal sein.“ Der Kommissar sprach sich für eine sukzessive Aufnahme der Länder des Westbalkan in die EU aus: „Wer als Land schneller in seiner Annäherung zur EU vorankommt, soll nicht darunter leiden müssen, dass andere Staaten langsamer sind. Wettbewerb auch unter Staaten ist gut und spornt an.“

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel richtet am heutigen Montag im Berliner Kanzleramt einen Westbalkan-Gipfel aus, bei dem es vordringlich um den Konflikt zwischen Serbien und dem Kosovo geht. Zusammen mit Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat Merkel auch die Staats- und Regierungschefs aus Ländern wie Bosnien-Herzegowina, Albanien und Nordmazedonien sowie aus den EU-Ländern Kroatien und Slowenien eingeladen.

Das Kosovo, in dem mehrheitlich ethnische Albaner leben, hatte 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt. Belgrad will das bis heute nicht anerkennen. Die Verhandlungen über eine Beilegung des Streits liegen seit einem halben Jahr auf Eis.




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