Letztes Update am Mo, 29.04.2019 10:29

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Anleger in Spanien nach Parlamentswahl auf der Hut



Madrid/Frankfurt (APA/Reuters) - In Erwartung einer schwierigen Regierungsbildung nach der Parlamentswahl in Spanien gehen Anleger an der Madrider Börse in Deckung. Der Leitindex Ibex verlor 0,7 Prozent auf 9.438 Punkte und war damit eines der schwächsten Börsenbarometer in Europa.

Beim Wahlsieg der regierenden Sozialisten am Sonntag konnte weder das linke noch das rechte Lager eine klare Mehrheit auf sich vereinigen. „Damit droht Spanien eine komplizierte Patt-Situation, wie es sie bereits 2016 gab“, sagte Analyst Martin Siegert von der LBBW. Der sozialistische Ministerpräsident Pedro Sanchez führt bisher eine Minderheitsregierung.

Zum Zünglein an der Waage werden womöglich nationalistische Parteien aus dem Baskenland oder Katalonien, die dem linken Lager mit ihren Mandaten zu einer Mehrheit verhelfen könnten. Eine solche Konstellation könne den nach der Eurokrise eingeleiteten Reformprozess, wie etwa eine Flexibilisierung des Arbeitsmarktes und die Stabilisierung des Bankensektors ins Stocken geraten lassen, erläuterte Siegert.

Zu den größten Verlierern am Aktienmarkt gehörten die Titel von Energieversorgern. Die Papiere von Ence lagen knapp fünf Prozent im Minus, die Anteilsscheine von Iberdrola und Endesa gaben jeweils rund eineinhalb Prozent nach.




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