Letztes Update am Mo, 29.04.2019 10:39

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Vucic zur Kosovo-Frage : Idee der „Grenzziehung“ gescheitert



Belgrad/Prishtina (Pristina) (APA) - Vor dem Westbalkantreffen in Berlin am Montag hat Serbiens Präsident Aleksandar Vucic festgestellt, dass seine Idee vom vergangenen Sommer über die „Grenzziehung mit den Kosovo-Albanern“ gescheitert sei. Er sei dafür eingetreten, weil er wusste, dass dies das „Maximum“ wäre, was Serbien erreichen könnte, meinte Vucic am Sonntagabend gegenüber dem TV-Sender „Pink“.

Vucic hatte eigentlich nie genauer erläutert, was er unter einer „Grenzziehung“ versteht. In der Öffentlichkeit entstand jedoch der Eindruck, dass es sich um einen Gebietsaustausch zwischen Serbien und dem Kosovo handeln würde. Die Idee war auf Widerstand sowohl in der serbischen wie auch in der internationalen Öffentlichkeit gestoßen.

Gegenüber dem staatlichen TV-Sender RTS meinte Vucic am Montag, dass er „keine großen Erwartungen“ bezüglich des Berliner Westbalkantreffens haben würde. Er erwarte allerdings, dass die Gastgeber, die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron, eine „ausgewogene Haltung“ einnehmen würden. Österreich nimmt an dem Gipfel nicht teil.

Serbische Medien berichteten am Wochenende, dass die Vertreter Prishtinas, Präsident Hashim Thaci und Premier Ramush Haradinaj, nach Berlin mit neuen „erpresserischen Ideen“ reisen würden. Gemeint sind die Forderung nach der Anerkennung des Kosovo durch Serbien, aber auch der Einsatz Thacis für die „Grenzkorrektur“ bzw. die Eingliederung der drei südserbischen Gemeinden mit albanischem Bevölkerungsanteil in den Kosovo.

Belgrad lehnt andererseits jede Fortsetzung des Normalisierungsdialogs mit Prishtina ab, solange die von der kosovarischen Regierung im November beschlossenen drastischen Zölle für Waren aus Serbien in Kraft sind. Die Verluste für die serbische Wirtschaft würden etwa 40 Mio. Euro monatlich betragen, erklärte Vucic am Sonntagabend. Kosovos Premier Haradinaj hat bisher wiederholt die Aufhebung der Zölle ausgeschlossen, solange Belgrad den Kosovo nicht als eigenständigen Staat anerkannt hat.




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