Letztes Update am Mo, 29.04.2019 12:18

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ressourcenpark Leibnitz als neues Sammel- und Trennkonzept für Müll



Leibnitz (APA) - Das Land Steiermark will in Zusammenarbeit mit den Abfallwirtschaftsverbänden ein neues Abfallkonzept mit nachhaltiger Kreislaufwirtschaft und auf Basis der Kooperation mehrerer Gemeinden umsetzen: Mit dem Ressourcenpark Leibnitz wurde am Montag die erste steirische Einrichtung vorgestellt. Alle 29 Bezirks-Gemeinden machen mit, schrittweise sollen landesweit bis zu 40 Ressourcencenter entstehen.

Der Ressourcenpark Leibnitz (RP) - verkehrsgünstig an einem Kreisverkehr und nahe des Autobahnzubringers Gralla gelegen - beschäftigt vier Mitarbeiter und hat gesamt rund 2,3 Millionen Euro gekostet, Baubeginn war im April 2018. Von der Gemeinde Leibnitz kam das Grundstück, der Träger Abfallwirtschaftsverband des Bezirks steuerte rund 0,5 Millionen Euro für die Verwaltungsräumlichkeiten und einen Re-Use-Shop bei. Das Land Steiermark schoss über Bedarfszuweisungen rund ein Drittel der Kosten zu. Laut dem für Kreislaufwirtschaft zuständigen Landesrat Hans Seitinger (ÖVP) soll der Ressourcenpark auch eine Art Erfahrungs- und Referenzcenter sein.

„Früher war es üblich, Löcher in der Landschaft zu verfüllen, heute stehen wir vor einem neuen, einladenden und sauberen Center“, sagte Seitinger. Bis 2050 werde das weltweite Müllaufkommen um 70 Prozent steigen, Angesichts dieser 3,4 Milliarden Tonnen Müll könne man gar nicht anders als auf Abfall-Fraktionierung zu setzen. „Es braucht eine hohe Trennmoral, eine perfekte Sammelstruktur und den Zusammenhalt der Gemeinden im Abfallwirtschaftsverband, neben einer hocheffizienten Verwertungstechnologie. Derzeit komme die Steiermark auf 61 Prozent Rezyklierquote, mit solchen Einrichtungen wie dem RP wolle man auf 70 Prozent kommen. Die Zukunft liege in der Verlagerung der Sammlung und Trennung von kleinen Abfallsammelzentren (ASZ) zu Ressourcenparks.

„Früher wurden Abfallsammelstellen versteckt, dies ist mehr als herzeigbar“, sagte Seitinger. In dem Gebäude würden bis zu 80 verschiedene Fraktionierungen vorgenommen, nach unterschiedlichen Kunststoffarten und auch nach Papier und Karton. Das Center solle auch ein Ort der Bildung sein, es würden etliche Gruppen und Schulklassen erwartet.

„Durch die Gemeindefusionen hatten manche Gemeinden plötzlich zwei bis drei ASZ, manche gar keines“, sagte der Obmann des Abfallwirtschaftverbandes Leibnitz, Wolfgang Neubauer. Man habe schon einen sehr guter Zulauf, und „wir lassen alle rein, das heißt, es gibt keine Beschränkungen nach Bezirken“. Die Anlieferung bis 200 Kilogramm sei kostenfrei. „Wir wollen auch erreichen, dass die Bevölkerung vorher trennt, das ist günstiger für alle.“

Die nächsten Zentren sollen in Feldbach und im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag entstehen, auch Leoben sei schon relativ weit, sagte Seitinger. Die Vorteile lägen auf der Hand. Man könnte in der Beschäftigung Langzeitarbeitslose heranziehen, und man könnte nicht genützte verbaute Flächen nutzen. Auch im Norden von Graz soll ein derartiger RP entstehen und den Grazer Sturzplatz entlasten.

( S E R V I C E - Nähere Info unter http://www.abfallwirtschaft.steiermark.at/leibnitz abrufbar.)




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