Letztes Update am Mo, 29.04.2019 13:06

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Impfgipfel 2 - Pädagogisches Personal ebenfalls mit Impfpflicht?



Wien (APA) - Für Volksanwalt Günther Kräuter ist die MMR-Impfpflicht für das österreichische Gesundheitspersonal insgesamt allerdings offenbar nur der dringlichste Schritt: „Dass sich das längerfristig auch auf das pädagogische Personal erstrecken sollte, ist die logische Folge.“

Der Volksanwalt betonte, wie sehr die Masernausbrüche derzeit weltweit auf Aufsehen sorgten. In Europa allein hätte es vergangenes Jahr 72 Todesfälle gegeben. „Dass das Thema Masern sehr ernst genommen wird, zeigt, dass sich auch Präsident (Donald, Anm.) Trump mit der Masernimpfung beschäftigt hat.“ Ehemals hätte dieser bloß dubiose Verschwörungstheorien dazu geäußert.

Kräuter begrüßte den vor der Einführung stehenden elektronischen Impfplan und den Vorschlag eines verpflichtenden Impfgesprächs für werdende Mütter im Rahmen der Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen. Zur Ablehnung der Koppelung der Impfungen mit Leistungen aus dem Mutter-Kind-Pass durch Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) sagte er: „Ich kenne die Meinung der Bundesministerin, die ich nicht teile, dass der Mutter-Kind-Pass kein geeignetes Mittel sei.“ Man sollte aber auch andere Steuerungsmöglichkeiten in Betracht ziehen. Zum Beispiel ein „Bonussystem“ oder die Koppelung nachgewiesener Impfungen für Kinder vor dem Zutritt zu Betreuungseinrichtungen (z.B. Kindergärten, Schulen etc.).

„Das Ziel kann nur sein, dass eine 95-prozentige Durchimpfungsrate erreicht und die Masern eliminiert werden“, sagte der Volksanwalt. Jedenfalls sollte zumindest kein Angehöriger des Gesundheitspersonals, der nicht geimpft ist, mehr in seinem Beruf tätig sein dürfen.

Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres sieht seine Standesvertretung in einer Vorreiterrolle. „Wir sind für die Impfpflicht, auch für Erwachsene“, sagte er gegenüber der APA am Rande des Impfgipfels.




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