Letztes Update am Mo, 29.04.2019 13:57

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Lange Schlangen vor Wahllokalen in Mumbai



Mumbai (Bombay) (APA/AFP) - In der Metropole Mumbai hat die vierte von sieben Runden der Mammutwahlen in Indien begonnen - und zu langen Schlangen vor den Wahllokalen geführt. In der Stadt mit 20 Millionen Einwohnern sorgte am Montag vor allem Indiens Elite für Aufsehen. Milliardäre und Bollywood-Stars waren ebenso zur Wahl aufgerufen wie die vielen Slumbewohner der Stadt. Arbeiter wurden für die Wahl freigestellt.

In der weltweit größten Demokratie sind seit dem 11. April insgesamt 900 Millionen Menschen aufgerufen, ein neues Parlament zu bestimmen. Premierminister Narendra Modi von der hindu-nationalistischen BJP-Partei hofft auf eine zweite Amtszeit. Herausgefordert wird er von einem Mitglied der Gandhi-Dynastie, dem Kongressvorsitzenden Rahul Gandhi. Umfragen deuten auf ein knappes Wahlergebnis hin. Diese vierte Wahlrunde, die in neun Bundesstaaten abgehalten wird, könnte für Modi entscheidend sein.

An einigen Wahllokalen sorgten berühmte Bürger Mumbais für besonderes Aufsehen: Reporter postierten sich vor den Gebäuden, wo unter anderem Indiens reichster Mann, Mukesh Ambani, sowie Bollywood-Schauspieler und Sportlegenden erwartet wurden. Bereits vor der Eröffnung am Morgen bildeten sich lange Schlangen vor den Wahllokalen. 40.000 Polizisten und Wachleute sollten in der Stadt für Sicherheit sorgen.

Für Mumbais Einwohner spielen vor allem die steigende Arbeitslosigkeit und wachsende Lebenshaltungskosten bei ihrer Stimmenabgabe eine Rolle. Rund 60 Prozent der Bürger leben in Slums. Modi versuchte bei einem Wahlkampfauftritt am Freitag damit zu punkten, dass allein seine Partei Sicherheit in der Stadt garantieren könne. Mumbai war im Jahr 2008 das Ziel mehrerer Anschläge mit über 170 Toten.

Die Mammutwahl in Indien findet über einen Zeitraum von sechs Wochen statt. Die Ergebnisse werden am 23. Mai erwartet.




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