Letztes Update am Mo, 29.04.2019 14:57

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fachhochschule wird bis 2021 zum Campus St. Pölten ausgebaut



St. Pölten (APA) - Die Fachhochschule St. Pölten wird bis 2021 zum Campus St. Pölten erweitert. Die Kosten für Zubau, Facility-Management und Finanzierung betragen knapp 55 Millionen Euro. „Die Fachhochschule wird sich baulich verdoppeln“, sprach Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ) mit FH-Geschäftsführer Gernot Kohl am Montag vom „nächsten Meilenstein“ für den Bildungsstandort St. Pölten.

Der Zubau wird direkt an das 2007 bezogene Gebäude angedockt. „Beides wird zu einer großen Einheit werden“, beschrieb Kohl in einem Pressegespräch. Mit dem Bestandsgebäude und dem rund 14.600 Quadratmeter großen Zubau stehen künftig 33.000 Quadratmeter zur Verfügung. Stadler bezeichnete den Zeitplan als „ambitioniert“: Heuer im Mai sollen die ersten Arbeiten starten, im September 2021 soll der Zubau in Betrieb gehen.

Den Zuschlag für den FH-Ausbau erhält die Bietergemeinschaft Caverion, bestehend aus der Caverion Österreich GmbH und dem Bauunternehmen Granit Gesellschaft m.b.H.. Der entsprechende Beschluss soll in der Gemeinderatssitzung am (heutigen) Montag am Abend fallen. Das Ausschreibungsverfahren für die FH St. Pölten war im Herbst 2018 widerrufen worden, weil der Angebotspreis nach Angaben der Stadt weit über den von Experten errechneten Errichtungskosten lagen. Es sei sinnvoll gewesen, in eine weitere Runde des Vergabeverfahrens zu gehen, sagte Stadler: „Es geht um Millionenbeträge, die wir uns erspart haben.“ Die Pläne für den Zubau kommen vom Architekturbüro NMPB Architekten ZT GmbH.

„Der Campus wird vieles unter einem Dach vereinen“, sagte Kohl. Untergebracht werden neben der FH die Forschungstochter und -zentren, die Bertha von Suttner Privatuniversität, die Hochschulen-Holding und Start-ups. „Wir wollen einen lebendigen Campus“, betonte Kohl. Eine Aula und öffentliche Flächen sollen Platz für Aufenthalt und Kommunikation bieten. Die Mensa bildet künftig das Bindeglied zwischen Bestandsgebäude und Zubau. Geplant sind im Zuge der Arbeiten u.a. eine neue Bibliothek, neue Seminarräume, ein Future Lab mit Showroom und ein Lerncafe für Studierende.

Die FH hat derzeit rund 3.200 Studierende und beschäftigt 350 hauptberufliche Mitarbeiter sowie knapp 800 nebenberufliche Lektoren. In vier bis fünf Jahren seien 300 bis 400 zusätzliche Studierende realistisch, meinte der Geschäftsführer. Gemeinsam mit der Bertha von Suttner Privatuniversität werde man in einigen Jahren die Grenze von 4.000 Studierenden am Campus erreichen. Ziel sei es, künftig noch den ein oder anderen Studiengang dazuzubekommen, sagte Stadler. Bereits fix ist die Aufstockung der Plätze für Physiotherapie sowie für Gesundheits- und Krankenpflege. Der erste englischsprachige Studiengang an der FH „Angewandte Forschung in der Informatik“ ist derzeit in Akkreditierung, zudem beteilige sich die FH an der Ausschreibung für neue Studienplätze mit Start Wintersemester 2020, informierte Kohl.

Die Fachhochschule sei ein „Vorzeigeprojekt“ im nördlichen Bereich der Innenstadt, sagte Stadler. Galt das ehemalige Glanzstoff-Gelände in der Nähe früher als „Stiefkind“, so seien nun neben dem Universitätsklinikum auch die FH und die AK in der Umgebung angesiedelt. Man wolle diesen Stadtteil als Wohnviertel und Bereich für Institutionen und den Gesundheitsbereich noch besser etablieren. Durch die Nähe zu den Seen und den Naherholungsbereichen hole der Norden als Wohnviertel auf. Mit der „Glanzstadt“ werde ein komplett neuer Stadtteil entstehen, kündigte der Bürgermeister an.




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