Letztes Update am Di, 30.04.2019 11:50

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Verbund-HV - Anzengruber sieht Konzern gut für Zukunft aufgestellt



Wien (APA) - Der Stromkonzern Verbund sieht sich gut für die Zukunft aufgestellt. CEO Wolfgang Anzengruber verwies am Dienstag in der Hauptversammlung auf die seit über einem Jahr wieder steigenden Stromgroßhandelspreise und das hohe, CO2-freie Stromvolumen aus Wasserkraft. AR-Chef Gerhard Roiss, der mit Ablauf der HV seine Funktion zurücklegt, nannte die neue Strategie für die Zukunftsfähigkeit des Konzerns.

In der Hauptversammlung sollen zwei Aufsichtsräte neu ins Gremium gewählt werden, nachdem neben Aufsichtsratspräsident Roiss auch sein AR-Vize Michael Süß vorzeitig ausscheidet. Als neue Räte vorgeschlagen sind der Chef der Staatsholding ÖBAG, Thomas Schmid, und der Unternehmer und Vorarlberger Industriellen-Präsident Martin Ohneberg. Dass Schmid neuer AR-Chef des Verbund wird, steht außer Zweifel - darüber befindet jedoch der Aufsichtsrat in seiner konstituierenden Sitzung nach der HV, nicht die Aktionäre.

Trotz geringerer Wasserführung und herausfordernder Rahmenbedingungen habe der Verbund seine Position 2018 weiter verstärkt, betonte Anzengruber. Mit seiner zu 95 Prozent CO2-freien Stromerzeugung aus Wasserkraft sei der Verbund gut aufgestellt angesichts der nachgeschärften Pariser Klimaziele und der Vorgabe der Regierung, die heimische Stromversorgung bis 2030 bilanziell über das Jahr gesehen „zu 100 Prozent mit CO2-freiem Grünstrom“ zu bewerkstelligen.

Die Kohleverstromung des Verbund in Mellach in der Steiermark - vertraglich noch für die Produktion von Fernwärme nötig - werde Ende der Wintersaison 2019/20 auslaufen, bekräftigte Anzengruber. Die benachbarte Gas-Kombi-Anlage in Mellach wiederum fährt nur zur Unterstützung der Versorgungssicherheit, also der Netzstabilisierung - ebenfalls vertraglich fixiert. Die Netztochter APG musste voriges Jahr an rund 300 Tagen netzstabilisierend eingreifen, mehr als vier mal so oft wie vor einem Jahrzehnt, so der Verbund-Chef.

Für die Inangriffnahme des 380-kV-Leitungsausbaues in Salzburg hofft Anzengruber - nach dem grünen Licht des Bundesverwaltungsgerichts als zweite UVP - auf eine rasche „Bewältigung“ der Einsprüche. „Jetzt drängt die Zeit, sonst ist die Versorgungssicherheit weiter angespannt“, betonte der CEO, der seiner Hoffnung Ausdruck gab, dass dieses 800-Mio.-Euro-Projekt „in nächster Zeit gestartet werden kann“. Die Bauvorbereitungen sollen noch heuer starten.

~ ISIN AT0000746409 WEB http://www.verbund.com ~ APA213 2019-04-30/11:46




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