Letztes Update am Di, 30.04.2019 12:05

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Längste Bankraubserie in Österreich geklärt: Schwede beging 16 Taten



Wien (APA) - Zehn Jahre lang hat ein Schwede Banken, Geldinstitute und eine Apotheke in Österreich überfallen und ausgeraubt. Im Februar wurde der 54-jährige in Schweden gefasst, er sitzt in Wien in U-Haft und ist geständig. Damit hat die Polizei „einen Schlussstrich unter die längste Bank- und Postraubserie eines Einzeltäters in Österreich“ gezogen, sagte Innenminister Herbert Kickl (FPÖ).

Die Details der Klärung wurden am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien bekanntgegeben. Demnach begann der bereits einschlägig verurteilte Mann im August 2009 mit den Überfällen in Österreich. Zunächst überfiel er eine Bank in Wien-Wieden. Er drohte immer mit einer Schreckschuss- bzw. Softair-Waffe, verhielt sich laut Andreas Holzer, Chef der Abteilung für organisierte Kriminalität im Bundeskriminalamt, aber durchaus höflich. Insgesamt erbeutete der Schwede bei seinen Taten „weniger als 300.000 Euro“, seine Überfälle waren damit „nicht wirklich lukrativ“.

Über einen fixen Wohnsitz verfügte der Mann nicht, vielmehr reiste der gut Deutsch sprechende Schwede für seine Taten großteils öffentlich nach Österreich, ansonsten hielt er sich hauptsächlich in Deutschland auf. Auch in München beging er einen Überfall. Mehrere Lichtbildveröffentlichungen in Österreich blieben erfolglos. Als im Dezember 2018 allerdings Fahndungsfotos in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ gezeigt wurden, ging noch während der Sendung der entscheidende Hinweis zur Identität des Tatverdächtigen ein. Nach der Ausstellung eines EU-Haftbefehls durch die Staatsanwaltschaft Wien konnten Zielfahnder und das Spezialeinsatzkommando der Polizei Berlin den gesuchten 54-Jährigen am 5. Februar in Berlin lokalisieren und festnehmen.




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