Letztes Update am Di, 30.04.2019 13:24

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Raiffeisenbanken Vorarlberg: Gesteigertes Betriebsergebnis und EGT



Bregenz (APA) - Die Raiffeisenbankengruppe Vorarlberg (RBV) hat 2018 ein „höchst erfolgreiches Geschäftsjahr“ (Vorstandsvorsitzender Wilfried Hopfner) verzeichnet. Das Betriebsergebnis wuchs gegenüber 2017 von 58,0 auf 66,0 Mio. Euro (plus 13,8 Prozent) an, das Ergebnis nach Risiko (EGT) um 7,2 Prozent auf 72,9 Mio. Euro (2017: 68,0 Mio.). Zum dritten Mal in Folge ergaben sich keine zu bewertenden Risiken.

Hopfner und Risikovorstand Michael Alge führten den wirtschaftlichen Erfolg der RBV nicht zuletzt auf die „ungewöhnliche Kombination“ (Alge) von hervorragender Konjunktursituation und extrem niedrigen Zinsen zurück, die zu wenigen Kreditausfällen und geringen Risikokosten geführt habe. Erneut ergaben sich aus den 2018 durchgeführten Wertberichtigungen auf Kundenforderungen und Wertpapiere ein Plus für die Bank, dieses Mal im Ausmaß von 6,9 Mio. Euro.

Die Raiffeisen Landesbank (RLB) erreichte 2018 ein Betriebsergebnis von 27,3 Mio. Euro (2017: 20,6 Mio.; plus 32,1 Prozent). Das Ergebnis nach Risiko (EGT) betrug im Jahr 2018 24,8 Mio. Euro (2017: 25,0 Mio.; minus 0,8 Prozent), aus dem ein Jahresüberschuss in Höhe von 18,5 Mio. Euro (2017: 18,8 Mio.; minus 1,5 Prozent) resultierte. Davon flossen rund 12,2 Mio. Euro in die Rücklagen, etwa 7,5 Mio. Euro wurden als Bilanzgewinn ausgewiesen. „Bereinigt um Sondereffekte war 2017 das beste operative Geschäftsjahr für die Raiffeisen Landesbank aller Zeiten. Das Jahr 2018 kann daran anschließen“, sagte Vorstand Jürgen Kessler. Für die RBV wird der Jahresüberschuss nicht ausgewiesen.

Die RBV verwaltete 2018 ein Kundenvermögen von 10,674 Mrd. Euro (2017: 11,437 Mrd.), was einen Rückgang um 6,7 Prozent bedeutete. Die Einlagen von Kunden stiegen mit 8,927 Mrd. Euro um 10,7 Prozent an (2017: 8,066 Mrd.). Das Ausmaß dieser Verschiebungen wurde wesentlich durch eine Umgestaltung der Refinanzierung der RBV (und damit auch der RLB) bestimmt, indem eine Benchmarkanleihe über 500 Mio. Euro emittiert wurde. Darüber hinaus wurden die Veranlagungen in Wertpapiere reduziert, der deutliche Rückgang bei den Kundenwertpapieren (von 3,988 auf 3,140 Mrd. Euro, minus 21,3 Prozent) ergab sich aus dem Verkauf der Raiffeisenbank Liechtenstein.

Die Forderungen an Kunden wuchsen um 4,0 Prozent auf 8,162 Mrd. Euro (2017: 7,850 Mrd.) an. „Wir haben im vergangenen Geschäftsjahr 1,0 Mrd. Euro an neuen Krediten an unsere Kunden gewährt“, sagte dazu Hopfner. So wurden 2.000 neue Wohnbauprojekte durch eine Raiffeisen-Finanzierung realisiert. „Interessant ist, dass wir erstmalig den Löwenanteil des Wachstums in Fixzinskrediten vergeben haben“, so der Bankenvorstand. Die Eigenmittel beliefen sich auf 1,149 Mrd. Euro (2017: 1,095 Mrd.), die Gesamtkapitalquote lag mit 17,6 Prozent um 0,5 Prozentpunkte höher als 2017 (16,6 Prozent).

In einem Ausblick auf das heurige Jahr merkte Hopfner einmal mehr an, dass die „jetzt erkennbare nachhaltige Negativzinspolitik der EZB“ die Ertragsseite belaste. Für das Betriebsergebnis der RBV sah er einen Rückgang auf geschätzte 61,3 Mio. Euro (minus 7,1 Prozent), beim EGT hingegen eine starke Abnahme auf 54,3 Mio. Euro (minus 25,5 Prozent). Hopfner räumte allerdings ein, dass die Zahlen sehr vorsichtig geschätzt seien.

Die RBV besteht aus der Raiffeisen Landesbank sowie 18 selbstständigen Raiffeisenbanken. Mit 1.458 (2017: 1.515) Mitarbeitern werden 76 Bankstellen betrieben sowie 245.000 Privatkunden und 25.000 Firmenkunden betreut.

~ WEB http://www.raiffeisen.at ~ APA286 2019-04-30/13:21




Kommentieren