Letztes Update am Di, 30.04.2019 13:57

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Steuerreform 2 - Strache sieht „großen Wurf“



~ --------------------------------------------------------------------- KORREKTUR-HINWEIS In APA212 vom 30.04.2019 muss es im dritten Absatz im ersten Satz richtig heißen: DREIviertel... (nicht: ein Viertel...) --------------------------------------------------------------------- ~ Wien (APA) - Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) hat die Steuerreform als „großen Wurf“ bezeichnet. Es sei eine Reform mit „Hausverstand“ und bringe „mehr Fairness und Gerechtigkeit“ für Arbeiter, Familien, Pensionisten und Kleinunternehmer sowie eine Stärkung des Wirtschaftsstandortes. Man senke die Abgabenquote „in Richtung 40 Prozent“ und setze damit ein „wesentliches Wahlversprechen“ um.

Das hatte zuvor auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hervorgehoben. Er betonte, dass mit der Steuerreform vor allem die arbeitenden Menschen entlastet würden. Die steuerfreie Mitarbeiterbeteiligung (bis 3.000 Euro pro Jahr) bedeute de facto ein 15. Gehalt für Arbeitnehmer, meinte der Bundeskanzler.

Strache strich neuerlich hervor, dass Dreiviertel des Volumens von 8,3 Milliarden Kleinst- und Kleineinkommen sowie Pensionisten zugutekommen. „Wir entlasten die Österreicher ohne neue Schulden und ohne neue Steuern mit einem sanierten Haushalt.“ Früheren Regierungen sei dies nicht gelungen. Die SPÖ als „Steuererhöhungspartei“ wolle die Reform schlechtreden, so Strache. Sie sei aber fair und gerecht und werde zur positiven Stimmung beitragen.

Auch ÖVP-Finanzminister Hartwig Löger kritisierte, dass die Steuerreform bereits im Vorfeld von „Unwissenden“ kommentiert worden sei, obwohl sie in ihrem Umfang noch nicht einmal auf dem Tisch lag. Zudem verwies er darauf, dass die Schulden in den kommenden Jahren konsequent abgebaut würden. Die Reform bezeichnete er als „Meilenstein der Regierungsarbeit“. Durch die Maßnahmen für die Unternehmen wie die Senkung der Körperschaftssteuer werde es zu einer „Attraktivierung des Wirtschaftsstandortes“ kommen. Diese würden vorhandene Arbeitsplätze sichern und neue schaffen. Zudem werde auch die Bürokratie vereinfacht. Es gehe darum, die Komplexität in der Administration für Unternehmer zu reduzieren und so „Nerven zu sparen“. In puncto Gegenfinanzierung führte Löger unter anderem die für die kommenden Jahre erwarteten Überschüsse und Einsparungen im System ins Treffen. „Es ist eine ehrliche Reform, wir machen keine neue Schulden, diese sind Belastungen der Kinder von morgen“, so Löger.

Staatssekretär Hubert Fuchs (FPÖ) lobte die Reform aus Sicht eines „ehemaligen Steuerberaters“. Sie bringe auch eine Entlastung in puncto Komplexität. Außerdem werde sie dafür sorgen, dass Österreich im internationalen Wettbewerb nicht an Attraktivität verlieren wird. Ein Steuerdumping durch Senkung der Körperschaftssteuer sah er nicht. Positiv hob er auch die Erleichterungen für Einzelunternehmer hervor und führte diesbezüglich die Erhöhung des Grundfreibetrags von 30.000 auf 100.000 Euro ins Treffen, auch die Erhöhung der Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter ab 2020 in zwei Schritten von 400 auf 1.000 Euro, die erstmals seit 1982 erhöht werde.




Kommentieren