Letztes Update am Di, 30.04.2019 14:30

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sechs Sicherheitskräfte bei Zusammenstößen im Sudan getötet



Khartum (APA/AFP) - Im Sudan sind nach Angaben der Militärregierung bei Zusammenstößen mit Demonstranten sechs Sicherheitskräfte getötet worden. Weitere 16 Sicherheitsvertreter seien bei den Zusammenstößen am Montag in verschiedenen Landesteilen verletzt worden, sagte der Vize-Chef des Militärrates, Mohamed Hamdan Dagolo, am Dienstag.

Die Armee hatte am 11. April nach monatelangen Protesten der Bevölkerung die Regierung des langjährigen, autoritär herrschenden Machthabers Omar al-Bashir gestürzt. Die Menschen gehen jedoch seit dem Sturz von Bashir weiterhin auf die Straße. Sie sehen im Militärrat eine Fortsetzung der Regierung Bashirs und fordern eine sofortige Machtübergabe an eine Zivilregierung.

Die Armeeführung um General Abdel Fattah al-Burhan gab dem Druck der Protestbewegung bereits teilweise nach: Am vergangenen Samstag einigten sich die beiden Seiten auf die Bildung eines gemeinsamen Regierungsgremiums, in dem auch Zivilisten vertreten sein sollen. Diesem will Burhan selbst vorstehen, wie ein hochrangiger General am Dienstag verkündete. „An der Spitze des neugeformten Rates wird der Chef des Militärrates stehen“, sagte Generalleutnant Salah Abdelkhalek.

Trotz der Einigung vom Samstag blockieren immer noch Tausende Demonstranten das Armeehauptquartier in der sudanesischen Hauptstadt Khartum. Die Militärführung gab bekannt, sie „habe nichts“ gegen die Protestierenden und werde „niemals Gewalt gegen sie anwenden“. Viele der Demonstranten wollen erst gehen, wenn eine Zivilregierung an der Macht ist.




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