Letztes Update am Di, 30.04.2019 15:27

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Land Vorarlberg präsentierte Mobilitätskonzept für zehn bis 15 Jahre



Bregenz (APA) - Die Vorarlberger Landesregierung hat am Dienstag ein neues Mobilitätskonzept präsentiert. Es bildet den strategischen Rahmen für die Verkehrspolitik des Landes in den nächsten zehn bis 15 Jahren. Ein Ziel ist es, den Anteil von öffentlichem Verkehr und Radverkehr am Gesamtaufkommen zu erhöhen. Insgesamt soll der Verkehr umweltverträglicher und sicherer werden.

Der Anteil derer, die mit Bus und Bahn fahren, soll bis 2030 von derzeit 14 auf 16 Prozent gesteigert werden, jener der Radfahrer von 16 auf 21, jener der Mitfahrer im Auto von neun auf zehn. Diese ehrgeizigen Ziele seien auch wichtig für das Erreichen der Österreichischen Klimaschutzziele - „immerhin stammt ein Viertel des CO2 aus dem Verkehr“, erklärte Mobilitätslandesrat Johannes Rauch (Grüne). Einen Umstieg der Bürger auf umweltfreundliche Verkehrsmittel erreiche man nicht durch moralische Argumente, stellte er klar. Es gelte, weiter bei Angebot und Komfort anzusetzen - und dazu gehörten seiner Ansicht nach auch digitale Hilfsmittel für Nutzer der öffentlichen Verkehrsmittel.

Ebenfalls optimiert wird die Organisation des Güterverkehrs, für entsprechende künftige Entscheidungen soll die Datenlage in diesem Bereich verbessert werden. Im Bereich Infrastruktur wird verstärktes Augenmerk auf die Erhaltung der rund 800 Kilometer an Landesstraßen gelegt. Daneben bekennt sich das Land klar zu anstehenden bzw. laufenden Großprojekten wie den Autobahn-Anschlussstellen Bludenz-Bürs und Rheintal Mitte, dem Stadttunnel Feldkirch und einem Nachfolgeprojekt für die Bodensee-Schnellstraße S18. Auch der Gestaltung des öffentlichen Raums in den Ortszentren wird im Konzept Rechnung getragen. „Eine gute Infrastruktur ist Voraussetzung für die Attraktivität des Standorts Vorarlberg - nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht“, erklärte Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser (ÖVP).

Auch die Verkehrssicherheit ist wichtiger Bestandteil des Mobilitätskonzepts. Das 2006 ausgegebene Ziel „Vision Zero“ - keine Verkehrstoten in Vorarlberg - wurde nicht erreicht, im Gegenteil, es gab im vergangenen Jahr entgegen dem Österreichtrend sogar einen schwachen Anstieg. Das Ziel wird im aktuellen Konzept dennoch beibehalten. Zu seiner Erreichung soll ein einheitliches Geschwindigkeitsregime beitragen.

„Das Verkehrskonzept von 2006 war gut und tragfähig“, sagte Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP). Veränderungen im Mobilitätsverhalten, aber auch Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum hätten eine Überarbeitung nötig gemacht. Der Entwicklungsprozess des Konzepts habe nicht im stillen Kämmerlein stattgefunden, vielmehr seien die Bürger in einem Bürgerrat, einem Bürgercafe, bei einem „Mobilitätsabend“ und in einem Workshop für Jugendliche mit einbezogen worden.




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