Letztes Update am Di, 30.04.2019 15:48

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Inflation in Deutschland auf 2,0 Prozent gestiegen



Berlin (APA/Reuters) - Höhere Preise für Pauschalreisen rund um die Osterfeiertage haben die deutsche Inflation im April kräftig steigen lassen. Die Teuerungsrate kletterte überraschend von 1,3 Prozent im März auf 2,0 Prozent im April, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Das ist der höchste Stand seit November 2018. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich 1,6 Prozent erwartet.

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt für die Eurozone mittelfristig einen Wert von knapp zwei Prozent an, den sie als ideal für die Konjunktur ansieht.

„Ist die Inflation zurück?“, fragte ING-Ökonom Carsten Brzeski und schob die Antwort gleich hinterher: „Nein, schuld ist nur der Osterhase.“ Denn die Osterferien fielen diesmal komplett in den April, während sie im vergangenen Jahr bereits im März begannen. Dadurch verteuerten sich Pauschalreisen diesmal im April sehr deutlich: Sie kosteten im Schnitt gut elf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Als weiterer Preistreiber stellte sich Energie heraus, die sich um 4,6 Prozent verteuerte - nicht zuletzt wegen der an den Weltmärkten gestiegenen Ölpreise. Gedämpft wurde die Inflation dagegen von Nahrungsmitteln, die nur 0,8 Prozent mehr kosteten.

Experten gehen davon aus, dass die Inflation schon im Mai wieder fallen wird. „Wir werden einen Rückgang auf deutlich unter zwei Prozent sehen“, sagte Brzeski. Die führenden Institute rechnen in ihrem Frühjahrsgutachten für 2019 mit einer durchschnittlichen Teuerungsrate von 1,5 Prozent, nachdem sie 2018 noch 1,8 Prozent betragen hatte. Für die deutsche Wirtschaft sind das gute Nachrichten, ist sie doch wegen den von Handelskonflikten und schwächerer Weltkonjunktur belasteten Exporten auf einen robusten Binnenmarkt angewiesen. Viele Lohnerhöhungen, aber auch die ab Juli geltende Anhebung der Renten für mehr als 20 Millionen Senioren um über drei Prozent liegen klar über der Inflationsrate. Das kurbelt den Konsum an.

Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) geht davon aus, dass die Verbraucher ihre Ausgaben im laufenden Jahr um 1,5 Prozent erhöhen. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass „die Verunsicherung durch die weltwirtschaftliche Eintrübung, den Handelskonflikt sowie den Brexit unter Beschäftigten nicht weiter steigt“. Das per Umfrage unter 2.000 Verbrauchern ermittelte Barometer für das Konsumklima verharrt im Mai mit 10,4 Punkten auf einem guten Niveau.




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