Letztes Update am Di, 30.04.2019 16:06

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kritik an neuem Filmförderungs-Beirat für „Innovativen Film“



Wien (APA) - Der neu zusammengesetzte Beirat des Bundeskanzleramts zur Förderung des Innovativen Films stößt auf Kritik. Wie „Der Standard“ am Dienstag berichtet, herrscht branchenintern „Irritation“. Konkret richtet sich der Unmut gegen die Bestellung der Produzenten Oliver Auspitz (MR Film) und Alexander Glehr (Nowotny Film) sowie des Schauspielers und ehemaligen Puls4-Redakteurs Hannes Fretzer.

Laut „Standard“ hat das vierte neu bestellte Mitglied, die Filmwissenschafterin Kerstin Parth, ihre Bestellung nicht angenommen, da sie sich in der Konstellation „nicht wohlfühlt“. Dem Bericht zufolge ist ein Offener Brief in Vorbereitung, da am Fachwissen der nominierten Personen gezweifelt werde. Die von Kulturminister Gernot Blümel (ÖVP) nominierten Personen „verstehen nichts vom innovativen Film“, wird etwa Brigitta Burger-Utzer (Sixpack Film) zitiert.

Auch SPÖ-Kultursprecher Thomas Drozda meldete sich am Dienstag kritisch zu Wort: „Zwei arrivierte Filmemacherinnen werden durch Männer ersetzt, die aus einem ganz anderen Bereich des Filmschaffens kommen, aber deren vorrangiges Betätigungsfeld nicht der Avantgarde-Film ist.“ Der ehemalige Kulturminister, hatte 2017 von einer geplanten Strukturreform gesprochen, in deren Rahmen es zu einer Aufstockung im Budget des Innovativen Films von 2,2 auf drei Mio. Euro kommen hätte sollen. Die nunmehrigen Bestellungen nennt Drozda in einer Aussendung einen „Rückschlag für den experimentellen Film und die Filmförderung“.

Als Entscheidung „nach kaufmännischen Kriterien“ bezeichnet JETZT-Kultursprecher Wolfgang Zinggl die Liste der neuen Beiratsmitglieder. Die neuen Mitglieder seien „keine Fachleute im Bereich des Kunstfilms, sondern zwei Produzenten und ein Schauspieler aus dem kommerziell ausgerichteten Produktionsbereich“. Das Kulturministerium hat sich auf APA-Anfrage bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.




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