Letztes Update am Di, 30.04.2019 16:18

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Russische Politiker warnen vor Eingreifen in Venezuela



Moskau/Caracas (APA/dpa) - Russische Politiker haben angesichts einer neuen Zuspitzung im Machtkampf in Venezuela vor einem Eingreifen von außen gewarnt. Es gebe Kräfte, die nur einen Vorwand für ein gewaltsames Einschreiten suchten, schrieb der Chef des Auswärtigen Ausschusses im russischen Föderationsrat, Konstantin Kossatschow, am Dienstag bei Facebook.

Er nannte die USA nicht namentlich, forderte allerdings, den Machtkonflikt durch einen innenpolitischen Dialog und auf Grundlage der Mechanismen der Vereinten Nationen zu lösen.

Die in Venezuela arbeitenden Militärexperten aus Russland würden sich nicht einmischen, teilte die russische Botschaft in der venezolanischen Hauptstadt Caracas der Agentur Interfax zufolge mit. Sie seien nicht für Kampfhandlungen ausgebildet. Sie sollten vielmehr die von Russland gelieferten Waffensysteme einrichten und Personal ausbilden. Die Botschaft bezeichnete die Lage als ruhig.

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte in Moskau, dass Präsident Wladimir Putin mit dem russischen Sicherheitsrat die Situation nach dem Putschversuch in Venezuela erörtert habe. Details nannte er nicht. Russland steht in dem Konflikt an der Seite des sozialistischen Staatschefs Nicolás Maduro. Russland fürchtet vor allem um die Rückzahlung seiner Milliardenkredite, sollte Maduro stürzen.

Der russische Senator Wladimir Dschabarow meinte in Moskau, dass der selbst ernannte venezolanische Interimspräsident Juan Guaidó einmal mehr gescheitert sei mit seinem Versuch, Maduro aus dem Amt zu drängen. Guaidó könne Wunschdenken und Wirklichkeit nicht auseinanderhalten. Und er habe nicht das Zeug zum Führen des Landes, sagte Dschabarow der Agentur Interfax. Zuvor hatten Soldaten den Regierungsgegner Leopoldo López aus dem Hausarrest befreit.




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