Letztes Update am Di, 30.04.2019 16:18

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Lopatka-Prozess 2 - Gutachter ortete „Irritation“ und „Angststörung“



Graz (APA) - Am Dienstagnachmittag war im Prozess gegen Eduard Lopatka der psychiatrische Sachverständige Walter Wagner am Wort. Er beschrieb, dass bei den Kindern des Arztes zwar Beeinträchtigungen zu diagnostizieren seien, diese aber nicht als „tief greifend“ angesehen werden können. Die drei Töchter und der Sohn fordern vom Vater jeweils 50.000 Euro Schmerzengeld, was der Angeklagte nicht anerkannte.

Im Prozess machte sich eine zunehmend gereizte Stimmung bemerkbar. Immer wieder kam es zwischen Zeugen und dem Gericht zu Diskussionen. So wurde Staatsanwalt Christian Kroschl vorgeworfen, seine Arbeit nicht ordentlich zu erledigen, was dieser schärfstens zurückwies.

Der psychiatrische Gutachter meinte in Hinblick auf den Sohn des Angeklagten, dass man von schweren Dauerbeeinträchtigungen nicht sprechen könne. Die „ständigen Drohungen und Beleidigungen“ hätten zwar zu einer Angststörung geführt, was aber „keine tief greifende Beeinträchtigung seiner Lebensführung“ bedeute. „Die Selbstverletzungen von Eltern mit anzusehen ist irritierend und macht Angst“, führte der Gutachter weiter aus.

Bei der ältesten Tochter diagnostizierte Wagner eine „dysthyme Störung“, eine chronisch depressive Stimmung. Auf Nachfrage des Richters meinte der Gutachter, dies seien „chronische Grantler, die mehr schlechte als gute Tage haben und ihres Lebens nicht sehr froh werden“. Sie habe sich allerdings bald vom Vater lösen können, „sie hatte nicht das Gefühl, sie muss ihn retten“, erklärte Wagner. In ihrem Lebensvollzug sei sie „nicht schwer beeinträchtigt“.




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