Letztes Update am Di, 30.04.2019 16:36

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Steuerreform - Köstinger: „Spürbare Entlastung“ auch für Bauern



Wien (APA) - Die Steuerreform bringt nach Ansicht von Landwirtschafts- und Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) eine „spürbare Entlastung“ für die Bauern. Sie präsentierte am Mittwoch sieben Maßnahmen mit einem Entlastungsvolumen von rund 80 Euro. Durch allgemeine Beitragssatzänderungen bei der Pensionsversicherung würden außerdem pensionierte Bauern um weitere 40 Mio. Euro entlastet.

Als „Hauptmaßnahme“ bezeichnete Köstinger die Absenkung des Krankenversicherten-Beitragssatzes um einen Prozentpunkt. Dies bringe ab 2020 eine Entlastung für 130.500 landwirtschaftliche Betriebe in Höhe von 28,4 Mio. Euro, rechnete die Ministerin vor. Rund 10,5 Mio. Euro Entlastungsvolumen ab 2021 bringt die Absenkung des Anrechnungsprozentsatzes beim fiktiven Ausgedinge von 13 Prozent auf 10 Prozent. Auch ab 2021 gibt es für Bauern eine Gewinnglättung über drei Jahre, damit gute und schlechte Erntejahre steuerlich besser ausgeglichen werden. Das Entlastungsvolumen dieser Maßnahme wird mit 5 bis 10 Mio. Euro beziffert.

Eine Harmonisierung bei der Krankenversicherung im Zuge der Fusion der SVA und SVS soll außerdem 11 Mio. Euro für die Bauern bringen. Eine 2,5 Mio. Euro Entlastung gibt es noch für Pensionsversicherungsbeiträge für hauptberuflich beschäftigte Kinder am Hof bis zum 27. Lebensjahr.

Die Regierung will im Rahmen der Steuerreform auch die Schaumweinsteuer, also die Besteuerung von Sekt, abschaffen. Dies bringt eine Entlastung von 23 Mio. Euro. Per März 2014 wurde die - zuvor im Jahr 2005 abgeschaffte - Schaumweinsteuer wieder eingeführt. Die Abschaffung der Steuer soll die heimische Weinwirtschaft stärken.

Köstinger, Bauernbund-Chef Georg Strasser und Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger bezeichneten bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Mittwoch die Steuerreform als „eine der größten Entlastungsmaßnahmen in der Geschichte der bäuerlichen Berufsgruppe“. Die Steuerreform bringe eine Entlastung für rund 160.000 bäuerliche Betriebe, auf denen rund 400.000 Menschen arbeiten und leben. Köstinger verwies darauf, „dass die Landwirtschaft unter enormen Druck“ stehe, einerseits durch niedrige Preise für agrarische Produkte und anderseits durch den Klimawandel und Trockenheit.

Für den Bauernbund-Präsidenten war der heutige Mittwoch „ein Freudentag“, einerseits weil es nach langer Trockenheit wieder regnet und anderseits wegen der Steuerreform. „Es ist ein sozial ausgewogenes Paket, welches die vielfältige Betriebsstruktur in der Land- und Forstwirtschaft bestmöglich berücksichtigt“, so Strasser. Für den Landwirtschaftskammer-Österreich-Präsidenten ist die „Steuerreform ein Zukunftspaket“. Es sei auch ein „Signal an die bäuerliche Jugend in den Betrieb der Eltern einzusteigen.“ Auch die Österreichische Jungbauernschaft begrüßte in einer Aussendung die Steuerreform und sieht durch die Steuerreform Anreize für junge Hofübernehmer.

Zu den Umweltaspekten der Steuerreform wollte Köstinger am Mittwoch keine Details nennen. „Wir haben noch viel vor.“ In den nächsten Tagen will das Umweltministerium noch weitere Informationen kommunizieren.




Kommentieren