Letztes Update am Di, 30.04.2019 17:12

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Italien und Tunesien unterzeichneten Kooperationsabkommen



Rom/Tunis (APA) - Italien und Tunesien haben am Dienstag ein bilaterales Kooperationsabkommen unterzeichnet. Dieses sieht unter anderem italienische Investitionen in der Größenordnung von 75 Millionen Euro zur wirtschaftlichen Entwicklung des nordafrikanischen Landes vor, kündigte der italienische Premier Giuseppe Conte bei einem Besuch in Tunis am Dienstag an.

Unter anderem wurde eine Vereinbarung zur Entwicklung von Stromverbindungen zwischen Italien und Tunesien unterzeichnet. Conte und der tunesische Premier Ministerpräsident Youssef Chahed besprachen auch das Thema Kampf gegen Schlepperei. „Beide Länder sind darauf konzentriert, den Menschenhandel noch aktiver zu bekämpfen“, sagte Conte.

Für beide Länder sei die Gewalteskalation in Libyen besorgniserregend. „Italien und Tunesien sind die Länder, die von der libyschen Krise 2011 am härtesten betroffen waren“, sagte Chahed. Tunesien habe 500 Kilometer Grenze mit Libyen gemeinsam. „Wir drängen auf eine friedliche Lösung in Libyen. Die Instabilität dort ist eine direkte Gefahr für uns“, sagte der tunesische Premier. Conte, der mit den beiden Vizepremiers Matteo Salvini und Luigi Di Maio nach Tunis reiste, betonte, dass Tunesien ein Stabilitätsfaktor für den Mittelmeerraum sei.

Salvini betonte, dass die Zahl der aus Tunesien in Italien eingetroffenen Migranten seit Anfang 2019 auf 230 gesunken sei. Im Vergleichszeitraum 2018 waren es noch 1.500 gewesen. „Wir arbeiten, um Tunesien Instrumente zur Bekämpfung der Schlepperei zur Verfügung zu stellen“, so Salvini. Italien bemühe sich um eine raschere Identifizierung und Heimführung der illegal nach Italien eingewanderten Tunesiern.




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