Letztes Update am Di, 30.04.2019 20:24

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kreml: Erdogan und Putin fordern Waffenruhe für Libyen



Moskau (APA/dpa) - Russlands Präsident Wladimir Putin und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan haben nach Kreml-Angaben bei einem Telefonat eine schnellstmögliche Waffenruhe für Libyen gefordert. Es sei eine rasche Wiederaufnahme der Konfliktlösung unter dem Dach der Vereinten Nationen nötig, hieß es in einer am Dienstagabend veröffentlichten Kreml-Mitteilung.

In Libyen kämpfen Truppen von General Khalifa Haftar gegen die von den Vereinten Nationen unterstützte Regierung von Ministerpräsident Fayez al-Sarraj.

Putin und Erdogan sprachen demnach auch über die Lage in Syrien. Dort wollten die Türkei und Russland ihr Vorgehen bei einer Stabilisierung der Situation in der Provinz Idlib weiter eng miteinander abstimmen, hieß es. Dabei gehe es darum, gemeinsame Schritte zu ergreifen, um terroristische Gruppierungen zurückzudrängen.

Die Provinz Idlib wird größtenteils von der islamistischen Gruppe Hayat Tahrir al-Sham (HTS) kontrolliert. Die Provinz ist die letzte Region Syriens, die noch überwiegend in der Hand von Rebellen ist. Erdogan und Putin sprachen demnach über den Verlauf des zwölften internationalen Syrien-Treffens mit Delegationen aus Russland, der Türkei und dem Iran in der vergangenen Woche in Kasachstan.

Vorrangige Aufgabe sei es nun, dass der geplante Verfassungsausschuss für Reformen in Syrien seine Arbeit aufnehmen könne, hieß es. Russland steht im Syrien-Konflikt auf der Seite von Machthaber Bashar al-Assad. Die Türkei unterstützt hingegen die Opposition.

Das Gespräch der beiden Staatschefs drehte sich dem Kreml zufolge auch um bilaterale Fragen. Das NATO-Land Türkei will gegen den Widerstand der USA russische Luftabwehrsysteme vom Typ S-400 kaufen. Am Vortag hatte Erdogan US-Präsident Donald Trump eine gemeinsame Arbeitsgruppe vorgeschlagen, um den Streit zu entschärfen.




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