Letztes Update am Mi, 01.05.2019 05:04

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Flüchtlingscamp in Azraq in Zahlen



Amman (APA) - Rund 40.000 Syrer leben im Flüchtlingscamp Azraq in Jordanien. 60 Prozent davon sind laut Aufzeichnungen des Flüchtlingshochkommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR) Kinder, 22 Prozent unter fünf Jahre alt. Drei von zehn Haushalten werden von Frauen geführt. Fast 9.000 Hütten sind bewohnt, nur rund 6.700 sind mit elektrischen Leitungen für 16 Stunden Versorgung ausgestattet.

Die meisten Flüchtlingscampbewohner kommen aus Aleppo (25 Prozent), Homs (22 Prozent) und Daraa (17 Prozent). UNHCR kümmert sich um die Registrierung der Flüchtlinge bei ihrer Ankunft und teilt ihnen eine Unterkunft zu. Dort werden sie mit dem Wichtigsten versorgt: Decken, Thermodecken, Gasheizer- bzw. -kocher. Zwei Brunnen liefern über mehr als 300 Leitungen Wasser. Im Sommer, wo es weit über 50 Grad Celsius heiß werden kann, verbrauchen die Menschen in Azraq mehr als 62 Millionen Liter pro Tag. Zwei Mal die Woche finden für die Campbewohner Informationsveranstaltungen statt. Jede Wohneinheit hat ein eigenes Community Center.

Fast 10.000 Kinder besuchen im Camp eine der sechs Schulen, die vom jordanischen Unterrichtsministerium und dem UNO-Kinderhilfswerk UNICEF unterstützt werden. Das World Food Programm (WFP) bietet den Kindern ein gesundes Mittagsessen. Die Mädchen gehen am Vormittag in den Unterricht, die Buben am Nachmittag. Die Geschlechtertrennung ist von den Bewohnern so gewünscht. Zusätzlich können die Kinder Lernhilfeprogramme wie etwa Computer- und Internetkurse besuchen. Auch eine Art Kindergarten kümmert sich um die jüngsten Campbewohner.

Vier Ambulanzen und ein Spital sind für die gesundheitlichen Anliegen da. Die Flüchtlinge werden gratis behandelt. Pro Woche gibt es mehr als 7.500 ärztliche Beratungen. Wöchentlich werden laut UNHCR durchschnittlich 35 Kinder im Camp-Krankenhaus geboren. 27 Flüchtlinge wurden als medizinische Helfer ausgebildet, um bei Notfällen schneller reagieren zu können. Auch psychologische Unterstützung wird angeboten, vor allem für alleinstehende Elternteile und Menschen mit Behinderung.




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