Letztes Update am Mi, 01.05.2019 14:04

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ukraine - Selenskij besuchte konkurrierende orthodoxe Metropoliten



Kiew (APA) - Der künftige ukrainische Staatspräsident Wolodymyr Selenskij hat sowohl Metropolit Onufrij (Berezowskij), Oberhaupt der ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats, als auch Metropolit Epifanij (Dumenko), Oberhaupt der mit der moskautreuen Kirche konkurrierenden neuen „Orthodoxen Kirche der Ukraine“, österliche Besuche abgestattet.

Auch eine ebenfalls am Dienstag - zwei Tage nach dem orthodoxen Osterfest - stattgefundene Begegnung mit dem „Ehrenpatriarchen“ Filaret (Denisenko) der „Orthodoxen Kirche der Ukraine“ sei von Herzlichkeit gekennzeichnet gewesen, berichtete der „Pro Oriente“-Informationsdienst“ (Mittwoch) laut Kathpress auf Basis ukrainischer Quellen. An das ukrainische Volk sandte der neu gewählte Präsident Ostergrüße, wobei einige Sätze auf Ukrainisch und einige Sätze auf Russisch formuliert waren. Selenskij, der am 3. Juni Petro Poroschenko als Präsident ablöst, hat keine besondere Affinität zur orthodoxen Kirche. Er wurde 1978 als Sohn jüdischer Akademiker in der Industriestadt Kryvyi Rih im Südosten der damals noch sowjetischen Ukraine geboren.

Poroschenko forcierte in seiner Amtszeit vehement die Gründung einer vom russisch-orthodoxen Moskauer Patriarchat unabhängigen ukrainischen orthodoxen Nationalkirche. Zu ihr schlossen sich rund um den Jahreswechsel 2018/2019 das 1992 entstandene Kiewer Patriarchat und eine kleinere Kirche zusammen, die sich bereits vor rund 100 Jahren vom Moskauer Patriarchat abgespalten hatte. Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., überreichte der neuen „Orthodoxen Kirche der Ukraine“ (OKU) in der Folge das Unabhängigkeitsdekret (Tomos). Die wird vom Moskauer Patriarchat nicht anerkannt. Auch die anderen kanonischen orthodoxen Kirchen in aller Welt reagierten bisher zurückhaltend bzw. ablehnend auf den Schritt Konstantinopels.




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