Letztes Update am Mi, 01.05.2019 20:13

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Russland und USA werfen einander Eingriffe in Venezuela vor



Caracas/Washington/Moskau (APA/dpa) - Russland und die USA beschuldigen sich gegenseitig, zu einer Eskalation im Krisenland Venezuela beizutragen. Es werde „drastischste Konsequenzen“ zur Folge haben, wenn Washington seine „aggressiven Schritte“ in Venezuela fortsetze, hieß es am Mittwoch in einer Stellungnahme des russischen Außenministers Sergej Lawrow nach einem Telefonat mit seinem US-Amtskollegen Mike Pompeo.

Die Opposition in Venezuela habe mit offensichtlicher Unterstützung der USA versucht, die Macht zu ergreifen. Washingtons Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Staates sei eine grobe Verletzung des Völkerrechts.

Das US-Außenministerium sprach nach dem Telefonat in einer Mitteilung von einer „Intervention“ Russlands und Kubas in Venezuela. Diese wirke destabilisierend für Venezuela und auch für das Verhältnis zwischen Russland und den USA. Pompeo habe Russland aufgerufen, die Unterstützung für Präsident Nicolás Maduro zurückzuziehen und sich der Linie der USA sowie weiterer Länder der Region anzuschließen.

Russland gehört zu den Staaten, die die Regierung des venezolanischen Staatschefs Maduro unterstützen. Die USA, Deutschland sowie zahlreiche EU-Staaten und lateinamerikanische Länder haben dagegen den Oppositionsführer und Parlamentspräsidenten Juan Guaidó als rechtmäßigen Übergangspräsidenten anerkannt.

Guaidós Machtkampf mit Maduro war am Dienstag eskaliert, nachdem Guaidó mithilfe abtrünniger Soldaten den seit Jahren inhaftierten Oppositionsführer Leopoldo López befreit hatte. In der Hauptstadt Caracas kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.




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