Letztes Update am Do, 02.05.2019 08:53

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EU treibt Import von US-Flüssiggas voran - Kritik von Umweltschützern



Brüssel (APA/dpa) - Den Import von Flüssiggas aus den USA will die EU-Kommission am Donnerstag mit einer Konferenz in Brüssel voranbringen. EU-Energiekommissar Miguel Arias Canete und US-Energieminister Rick Perry wollen Details besprechen und Kontakte zwischen Unternehmen anbahnen. Perry plant zudem die Unterzeichnung zweier Lieferverträge.

Von Umweltschützern kam heftige Kritik an der Konferenz und der Einfuhr des sogenannten Fracking-Gases.

Hintergrund ist eine Vereinbarung von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und US-Präsident Donald Trump vom Juli 2018. Um eine Eskalation im Handelsstreit abzuwenden, hatte Juncker damals den Ausbau der Gasimporte aus den USA zugesagt. In einer gemeinsamen Erklärung hieß es: „Die Europäische Union möchte mehr Flüssigerdgas (LNG) aus den Vereinigten Staaten einführen, um die Energieversorgung zu diversifizieren.“

Die Brüsseler Konferenz, zu der Gas-Unternehmen geladen sind, soll die Umsetzung voranbringen. Trump kritisiert immer wieder, dass Europa künftig über die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 mehr russisches Gas importiert. LNG galt lange als nicht wettbewerbsfähig und zu teuer, weil das Gas zum Transport mit großem Aufwand verflüssigt werden muss. Als Vorteil von LNG-Importen gilt, dass die Abhängigkeit von einzelnen Lieferquellen sinkt und Wettbewerb auf dem Gasmarkt die Preise insgesamt drücken dürfte.

Umweltschützer haben jedoch große Bedenken. Sie kritisieren die sogenannte Fracking-Methode, mit der das Gas in den USA gewonnen wird. Beim Fracking wird Gas oder Öl mit Hilfe von Druck und Chemikalien aus Gesteinsschichten herausgeholt, was Gefahren für die Umwelt birgt. Kritik wird auch an der Verflüssigung durch starkes Abkühlen geübt, weil dies nach Angaben von Umweltschützern bis zu 25 Prozent des Energiegehalts des Gases verbraucht.

„Während die Europäische Union mit ihrer Klimastrategie nicht voran kommt, spricht sie im Hinterzimmer mit Lobbyisten über neue fossile Importe“, monierte der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, Sascha Müller-Kraenner. Wachsende Gasimporte seien mit den Klimazielen nicht vereinbar. „Wir fordern einen sofortigen Bau- und Planungsstopp für Infrastruktur, die dem Import von Fracking-Gas dienen soll“, sagte der Verbandsvertreter.




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